Drei neue Ausstellungen eröffnen 2020 in Aachen

Die Stadt Aachen feiert im Oktober 2020 zwei historische Jubiläen. Vor fünf Jahrhunderten ließ sich Karl der Fünfte im Aachener Dom zum Kaiser krönen. Zu diesem Anlass reiste auch der Künstler Albrecht Dürer in die Stadt. Historische Ereignisse mit bedeutsamen Nachwirkungen. Ein ganzes Jahr im Voraus sind nun in Aachen drei Ausstellungen vorgestellt worden. Jede von ihnen widmet sich dem Jubiläum auf ganz eigene Weise.

Stellten die neuen Ausstellungen 2020 vor: (v.l.n.r.) Peter van den Brink, Susanne Schwier, Prof. Dr. Frank Pohle, Myriam Kroll (Bild: Max Kirchens/BRF)

Stellten die neuen Ausstellungen 2020 vor: (v.l.n.r.) Peter van den Brink, Susanne Schwier, Prof. Dr. Frank Pohle, Myriam Kroll (Bild: Max Kirchens/BRF)

Aachen im Jahre 1520. Die Stadt ist von der Pest zerrüttet, die Kirche gerät durch Luthers Thesen in Bedrängnis und Gutenberg erfindet den Buchdruck. Es ist eine Zeit fundamentaler gesellschaftlicher Umbrüche. Inmitten dieses Wandels reist Karl der Fünfte nach Aachen, um sich zum Kaiser krönen zu lassen.

Zum 500. Jahrestag der Zeremonie widmet das Centre Charlemagne dem Herrscher 2020 eine eigene Ausstellung. Diese besteht aus drei Teilen. Zunächst geht es um die Kindheit und Jugend des späteren Kaisers, dann um die Geschichte der Stadt Aachen in jenem Zeitraum. Beides wird schließlich durch Karls Kaiserkrönung miteinander vereint. Die Ausstellung im Centre Charlemagne behandelt auch die sozialen Umbrüche jener Zeit.

Anlässlich der Kaiserkrönung besuchte auch Albrecht Dürer Aachen. 2020 würdigt das Suermont-Ludwig Museum den Jahrhundertmaler mit einer Ausstellung. Dürer gilt als bedeutendster Renaissancemaler und hatte einen enormen Einfluss auf spätere Künstlergenerationen. Da ist es nicht verwunderlich, dass auch andere Museen Dürer eine Ausstellung widmen. Und die Konkurrenz ist stark: Mailand, Wien und Berlin.

Was unterscheidet nun den Standort Aachen von diesen anderen Ausstellungen? „Dürer war nie in Mailand, nie in Wien und nie in Berlin. Aber er war in Aachen. Dürer war hier und nicht in den anderen Orten. Das verbindet Dürer sehr eng mit Aachen“, sagt Peter van den Brink, Chef-Kurator der Ausstellung. „Außerdem war Aachen neben Antwerpen einer der Hauptgründe, wieso er überhaupt abgereist ist. Dürer blieb in den meisten Städten nur zwei, drei Nächte, aber in Aachen blieb er drei Wochen.“

Die Ausstellung konzentriert sich auf die letzte große Reise des Ausnahmemalers. Und die führte ihn nicht nur nach Aachen, sondern auch ins heutige Belgien, wo er unter anderem Brügge, Mechelen und Antwerpen besuchte.

Insgesamt werden in Aachen mehr als 130 Exponate des Künstlers ausgestellt: Zeichnungen, Porträts und Kupferstiche, zusammengetragen aus den verschiedensten Museen der Welt, unter anderem aus London, Florenz, Madrid, Washington und Paris.

„Es gibt eine riesige Menge an tollen Kunstwerken von großen Künstlern, die Dürer umringen in dieser Ausstellung. Viele Zeichnungen, die nie gezeigt worden sind, werden jetzt zum ersten Mal gezeigt. Wir sind dabei immer nah am Konzept der Reise und versuchen alles, was er während der Reise gemacht hat, auch zu zeigen.“

Dürer war mit seinen Reisen keine Ausnahme. Seit jeher sind Künstler viel unterwegs. Daran hat sich in unserer globalisierten Welt natürlich nichts verändert. Im Gegenteil: Die Ziele sind exotischer geworden und das Reisen ist der Dauerzustand eines jeden Künstlers.

Im Aachener Ludwig-Forum für internationale Kunst geht es daher 2020 um das Reisen und unsere Mobilität. Mehr als 80 moderne Künstler stellen entsprechende Werke aus. Was bedeutet uns Reisen heute? Wieso überhaupt noch reisen, in einer digitalisierten Welt? Und welche Rolle spielt die Mobilität in der Klimadebatte? Moderne Fragen und kritische Perspektiven stehen im Zentrum dieser Ausstellung.

Aachen bietet 2020 also für jeden etwas. Kunst, Geschichte und Moderne finden hier zueinander. Vereint werden die drei Ausstellungen durch einen gemeinsamen Museumsplan. Das Großprojekt bietet zudem einen barrierefreien und rollstuhlgerechten Zugang. Das Wichtigste ist dabei immer, dass es dem Besucher gefällt.

„Ich hoffe, dass die Leute sagen: ‚Das ist die beste Ausstellung, die ich je gesehen habe!‘. Das hoffe ich am meisten“, sagt Peter van den Brink. „Ich denke nie in Zahlen. Erfolg misst sich nicht nur in Zahlen, sondern auch in der Wertschätzung der Besucher. Das finde ich eigentlich viel bedeutender als die Anzahl an Besuchern.“

Max Kirchens

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