Feminismus: Ikob-Ausstellung hinterfragt Frauenquote in der Kunstszene

Passend zum Jahresthema "Feminismus" im Eupener Museum Ikob startet eine Ausstellung mit Werken nur von Frauen. Hintergrund der Ausstellung ist der niedrige Frauenanteil in der Kunstszene.

„Vier auf Zehn“ heißt sie, die neue Ausstellung im Eupener Ikob. Gemeint ist damit nichts anderes als die Frauenquote in der Kunstsammlung des Museums. Denn von insgesamt 90 Künstlern sind genau 41 Frauen. Und ausnahmslos alle Künstlerinnen sind nun in der Ausstellung vertreten.

Hintergrund dieser Zählung ist das Jahresthema im Museum: Feminismus. Für die Kuratorin Miriam Elebe ist der Begriff mehr als nur ein Marketinggag: „Werke von Frauen ausstellen, wird immer als besonderes Thema thematisiert und das wollten wir nicht machen. Wir wollten einfach unsere Sammlung zeigen und zeigen, dass unsere Frauenquote super ist: 40 Prozent. Deswegen auch der Titel: Vier auf Zehn.“

Ein guter Schnitt im Vergleich zu anderen Museen, wo die Quote bei 25 Prozent liegt. Doch anstatt das Geschlecht der Künstlerinnen an die große Glocke zu hängen, zeigt die Ausstellung im Ikob, wie vielfältig Kunst von Frauen ist. Den Werken sieht man nicht unbedingt an, dass sie von Frauen geschaffen worden sind. Eben nicht „typisch Frau“.

„Zum Beispiel Skulpturen, die aus Eisen sind. Wo man denkt, dass ist typisch männlich, nur Männer können das; auch von der Schwere her. Aber Frauen können das auch. Aber es werden auch Klischees angedeutet, zum Beispiel die Beine. Das sind nicht rein feministische Themen. Aber das sind Themen, die von Frauen gemacht wurden, weil sie es entschieden haben und nicht, weil sie es müssen“, erklärt Elebe.

Logisch, dass auch eine Frau die Kuration der Ausstellung übernimmt, findet auch Museumsdirektor Frank-Thorsten Moll: „Man kann über Feminismus nur dann sprechen, wenn man Frauen auch die Möglichkeit gibt, in die erste Reihe zu treten und nicht immer als Assistentin aufzutreten. Sondern gleichberechtigt neben mir oder auch vor mir zu stehen. Das muss ein Chef und auch eine Chefin aushalten.“

Der Ikob-Direktor versteht sich selbst als Feminist im Lernprozess. Denn Feminismus ist keine Anti-Männer Bewegung, sondern nicht anderes als eine kritische Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen. Nicht gegen Männer, sondern mit Männern. So auch Miriam Elebe: „Wir wollen als Denkanstoß den Besuchern zeigen, was Frauen schaffen, aber auch, was wir zusammen schaffen.“

Die Vernissage ist am Sonntag, den 30. Juni 2019 ab 17 Uhr.

Raffaela Schaus

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