Internationales Figurentheater-Festival in Eupen

Ab dem 16. November lässt der Alte Schlachthof wieder die Puppen tanzen. Schon zum 15. Mal findet das internationale Figurentheater-Festival "Figuma" statt. Dabei hat die Veranstaltungsreihe immer die gleiche Grundidee: Figurentheater und seine Vielfalt Erwachsenen schmackhaft machen.

Figurentheater "Les Misérables" (Bild: Chudoscnik Sunergia)

Gerade jungen Theaterschaffenden soll bei Figuma eine Bühne geboten werden. Dieses Konzept spiegelt sich auch im diesjährigen Programm wider. So dürfen Studierende der Darstellenden Kunst aus Stuttgart ihre Stücke im Rahmenprogramm zeigen. Und auch das noch sehr junge Ensemble von Fithe ist in diesem Jahr mit dabei.

Fithe – ein Kürzel für Figurentheater – ist das erste offizielle Theater dieser Art in Ostbelgien und feiert bei Figuma seine Premiere mit „Pandora’s Box“. Hauptdarstellerin ist in diesem Stück kein Mensch, sondern eine lebensgroße Puppe. Neben ihr stehen nur noch zwei weitere Personen auf der Bühne: Olga Wiens und Louiz Wennmachers, die die Puppe gemeinsam „beleben“.

Duda Paiva und sein autobiographisches Stück „Blind“ sind in diesem Jahr auch Teil des Festivals. Der gebürtige Brasilianer wird als wahre Koryphäe des Figurentheaters gehandelt. Mit seinen Stücken bespielt er die Bühnen dieser Welt und jetzt auch die des Alten Schlachthofs. Was seine Aufführungen ausmacht, ist vor allem die Kombination von Tanz und Puppenspiel. „Blind“ ist ein wahres Muss für alle Theaterfans, betont Heinrich Heimlich.

Les Misérables

Zum Abschluss noch ein Klassiker! Am letzten Spieltag zeigt Figuma eine Adaption des Romans „Les Misérables“. Das Stück wird als Objekttheater inszeniert. Dabei spielen kleine Holzfiguren die Hauptrolle. Sie werden auf einer Art Spielbrett von zwei Figurenspielerinnen in Szene gesetzt. Doch wie soll das gehen? Wer Les Misérables kennt, der weiß wie tragisch und emotionsgeladen der Roman ist. Und diese Atmosphäre soll jetzt von Holzfiguren dargestellt werden?

Schwer vorstellbar. Doch Heinrich Heimlich versichert, dass es funktioniert. „Es geht. Das ist gerade das Faszinierende, dass man dann als Zuschauer so einsteigt und sich selbst diese Holzfiguren vorstellt als diese Figuren, die die Spielerinnen nur andeuten. Es ist eine Vermischung von Spieltechniken und sehr interessant zu sehen.“ Puppen und eben auch Holzfiguren Leben einzuhauchen, das ist die große Kunst des Figurentheaters.

Das Figurentheater-Festival findet vom 16. bis 19. November statt. Karten für die verschiedenen Stücke gibt es bei der Vorverkaufsstelle von Chudoscnik Sunergia, Rotenbergplatz 19, 4700 Eupen, Tel. 32 (0) 87/59 46 20 und auf der Webseite vom Alten Schlachthof.

Im Rahmenprogramm bietet Figuma dieses Jahr außerdem noch eine Skulpturenausstellung an. Diese ist auch noch nach Festivalschluss bis zum 17. Dezember im Schlachthof zu sehen. Der Eintritt dafür ist frei.

sd/km

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