„Tatort Antwerpen“: DVD-Box erschienen

Den deutschen Tatort kennt jeder. Aber wie sieht es mit dem Tatort Antwerpen aus? Der lief schon in rund 30 Ländern - und in Belgien sogar im Kino. Die drei Filme mit dem Ermittler-Duo Vincke und Verstuyft gibt es jetzt als DVD-Box.

Koen De Bouw alias Eric Vincke (Bild: David Stockman/Belga)

Koen De Bouw alias Eric Vincke (Bild: David Stockman/Belga)

Es ist eine Mischung aus Krimi und actiongeladenem Thriller. Im Fokus steht das Team um Eric Vincke und Freddy Verstuyft, die mit undurchsichtigen Verbrechen, Serienmördern, einem Kinderpornoring und sogar der Mafia konfrontiert werden. Während Verstuyft ausschließlich seinen kriminalistischen Instinkten folgt und darüber auch schon mal die eine oder andere Dienstvorschrift hinten anstellt, ist sein Kollege von Vernunft und überkorrekter Effizienz getrieben. Dennoch schätzen die beiden sich sehr.

Man muss wissen, dass die Geschichten rund um Vincke und Verstuyft im Ursprung aus der Feder eines belgischen Buchautors stammen, wie Peter Bouckaert, Produzent der Film-Trilogie, im Interview erklärt: „Die Filme basieren auf den Büchern von Jef Geeraerts, einem der größten belgischen Thrillerautoren. Die Figuren Vincke und Verstuyft tauchen in rund 14 Büchern von Jef Geeraerts auf. Drei Bücher haben wir verfilmt.“

„Das Schöne ist: Vincke und Verstuyft machen eine Entwicklung mit. Es sind zwei total verschiedene Polizeiagenten. Vincke, gespielt von Koen De Bouw, ist ein erfahrener, moralisch und ethisch sehr korrekter Agent. Verstuyft ist am Anfang ein junger Rebell, kommt gerade aus der Polizeischule, ambitiös, aber auch sehr impulsiv.“

Im ersten Film der DVD-Box, „Mörder ohne Erinnerung“, wird Kommissar Vincke regelrecht zur Verzweiflung gebracht: Der Mord an einem Politiker namens Van Camp bereitet ihm Kopfzerbrechen. Alles deutet auf einen Auftragsmord hin. Aber wer hat ein Interesse daran, den Politiker aus der Welt zu schaffen?

Die Spur führt zu einem Auftragskiller, Angelo Ledda, der unter Alzheimer leidet und der unter gewissen Bedingungen bereit ist, mit der Polizei zu kooperieren: „Der Auftragskiller wendet sich im Laufe der Geschichte gegen seinen Auftragsgeber. Ledda scheint als Auftragskiller in gewisser Weise sogar eine moralische Schiene zu fahren, die er mit dem letzten Auftragsmord brechen musste. Und das passt ihm nicht.“

„Und er beschließt, sich gegen die Menschen zu wenden, die die Drecksarbeit stets durch andere ausführen lassen – und somit auch immer aus der Schusslinie bleiben. Das aufzudecken wird seine Mission. Und Kommissar Vincke beginnt das zu durchschauen und zu verstehen, dass er mit dem einen Fall eine ganze Bandbreite von Kriminalfällen aufdecken könnte“, so der Produzent.

Im zweiten Film geht es um einen Rachemord. In „Das Recht auf Rache“ macht sich Nasim, Sohn eines Mafiabosses aus Albanien, auf den Weg nach Antwerpen, um sich für den Mord an seinen Vater zu rächen. Der dritte Film der Trilogie, „Das letzte Opfer“, ist nicht weniger spannend. Ein Serienmörder steht im Vordergrund des düsteren Geschehens. Ein Mörder, der Frauen auf dem Gewissen hat und sie nach der Ermordung stets enthauptet.

Es lohnt sich aber auch ein Blick hinter die Produktion. Warum sind die drei Filme auf einem Zeitraum von 13 Jahren entstanden? „Wie es oft so ist, war die Finanzierung der Filme die wohl größte Herausforderung. Sie ist die Basis gewesen, um die Filme auf so hohem Niveau produzieren zu können. Das ist schon toll. Belgien ist ein kleineres Land als Deutschland. Es sind zudem flämische Filme. Auch wieder nur eine kleine Region mit rund sechs Millionen Einwohnern“, sagt Produzent Bouckaert.

„Und wenn wir uns die Filme angucken, ist der Produktionswert schon sehr hoch. Viel Know-How steckt da drin. Bei den begrenzten Möglichkeiten, die wir haben, ist das schon beachtlich. Aber darum hat es auch 13 Jahre gedauert: wegen der Finanzierung. Sie war die größte Herausforderung.“

Julia Slot

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