"Chaos hoch drei" heißt der Band – und der Titel ist gleichsam Programm für die 30 ziemlich kurzweiligen Comic-Seiten. Der Band gehört zur Donjon-Nebenserie "Donjon Parade", bei der alle Abenteuer immer in sich abgeschlossen sind. Vorkenntnisse über die restliche Geschichte der Donjon-Saga benötigt der Leser nicht unbedingt, um diese Parade-Bände zu verstehen. Und so ist es auch mit "Chaos hoch drei".
Im Zentrum steht dabei ein neues Abenteuer des Heldens der Donjon-Comics, der Ente Herbert, und seines Freundes Marvin, eine Art Dinosaurier-Monster auf zwei Beinen und der "beste Soldat des Donjon", wie es auf der Rückseite des Einbands heißt. Dort werden die Hauptfiguren der Donjon-Parade-Reihe kurz vorgestellt.
Die Geschichte fängt damit an, dass Herbert den Plan des Donjon verloren hat. Weshalb der "Wärter", dem der Plan gehört, Herbert und Marvin losschickt, den Plan wiederzufinden.
Daraus entwickelt sich eine Geschichte, die auch dem Leser, der nicht mit dem Donjon-Universum vertraut ist, durchaus gefallen kann. Wenn er sich zumindest ein bisschen auf eine Fantasiewelt vor mittelalterlichem Hintergrund einlässt und Tiere mit menschlichen Eigenschaften, Monster, Drachen, fantastische Wendungen und Ähnliches in der Comic-Welt akzeptiert. Und vor allem das Ganze nicht so ernst nimmt.
Denn wie grundsätzlich die ganze Donjon-Reihe, so ist auch "Chaos hoch drei" als Parodie angelegt. Nämlich als Parodie auf Rollenspiele, die in der Welt der Drachen, Zauberer und Schwerthelden spielen.
Als solch eine Parodie haben die beiden französischen Comiczeichner Joann Sfar und Lewis Trondheim die Serie 1998 aus der Taufe gehoben. Sfar und Trondheim haben auch die Geschichte von "Chaos hoch drei" verfasst, und darin bleiben sie ihrem Serien-Stil treu. Die Autoren nehmen sich, ihre Geschichte und ihre Helden selbst nicht bitter ernst.
Burniats Zeichnungen passen dazu hervorragend. Der 42-jährige Brüsseler ist selbst ein bisschen in der Fantasiewelt zu Hause. Gerade veröffentlicht er – auch auf Deutsch – seine Comic-Reihe "Die Macht des Blitzes", deren Handlung ebenfalls in einer Fantasiewelt spielt. Seine Zeichnungen sind zwar relativ schlicht, farbig und dadurch auch sehr kindgerecht, gleichzeitig aber detailliert genug, um allein durch die Zeichnungen viel auszudrücken.
Besonders seine Interpretationen der Ente Herbert und des Monsters Marvin sind sehr gelungen, weil sie den Esprit der Donjon-Welt – ein Mix aus Witz, Überzeichnung, Ernst und Fantasie – in seinen verschiedenen Facetten gut verkörpern.
Buchdetails
Joann Sfar/LewisTrondheim/Mathieu Burnia
Donjon Parade 12, "Chaos hoch drei", Berlin 2026
Verlag Reprodukt
32 Seiten
10 Euro
Kay Wagner