Carsten Berg aus Montzen siedelt seinen neuen Krimi im Dreiländereck an

Regionalkrimis gibt es mittlerweile ja eine ganze Menge. Nun ist ein neuer Aachen-Krimi erschienen: "Das Herz, der Kreis und der Tod". Sein Autor Carsten Berg lebt in Ostbelgien und darum spielen darin auch Schauplätze wie die Emmaburg in Hergenrath eine Rolle.

Autor Carsten Berg mit seinem neuen Krimi (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Autor Carsten Berg mit seinem neuen Krimi (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Beim Krimifestival „Nordeifel – Mordeifel“ wird er als „der Belgier“ angekündigt. Dabei kommt Carsten Berg (Jahrgang ’59) ursprünglich aus Castrop-Rauxel, hat in Düsseldorf und im Bergischen Land gelebt, ehe er in Aachen ein Bergbaustudium aufnahm. „Und dann habe ich relativ schnell gemerkt, dass Bergbau nicht mein Ding ist. Ich bin nicht so der Mathematiker, Physiker und was auch immer.“

„Da bin ich bei Germanistik und Philosophie gelandet. Und irgendwann viel später haben wir ein Kind bekommen und gedacht, wir müssen unserem Kind einen Garten oder so was bieten. Da sind wir dann über Umwege in Belgien gelandet, weil Aachen alles einfach so unverschämt teuer ist. Und dann hatten wir plötzlich ein ganzes Haus mit Garten und das war alles wunderschön.“

Und so strahlt sein neuer Aachen-Krimi auch auf das Dreiländereck aus – und darüber hinaus. „Ja, es ist, glaube ich, so ein bisschen so ein Verkaufsargument, immer da Aachen-Krimi drauf zu schreiben. Dann kaufen sie schon mal die Aachener. Eigentlich ist eher so ein Euregio-Krimi und der geht ja bis Texel.“

Pyramidensystem

Carsten Berg verknüpft mehrere geographische und zeitliche Ebenen vom Ende des Zweiten Weltkriegs über das studentische Milieu Mitte der 90er Jahre bis zum Hier und Jetzt. Im Zentrum von „Das Herz, der Kreis und der Tod“ steht ein sogenanntes Pyramidensystem, bei dem viel Geld im Spiel ist, eben der sogenannte „Herzkreis“.

„Das habe ich quasi im persönlichen Umfeld vor langer Zeit mal selber miterlebt. Da ist viel Geld verloren gegangen, das muss irgendwie später mal wieder reinkommen. Und da machst du dann eine Geschichte draus und wirst damit reich und berühmt, dann ist das Geld wieder da. Also ich habe es nicht persönlich verloren, aber es war eben im sehr nahen persönlichen Umfeld und dadurch ist das so ein bisschen entstanden nachher.“

Da fragt sich natürlich, wie viel Autobiografisches in dem Buch steckt. „Ich kann es selber gar nicht so genau sagen. Es sind immer wieder Sachen, die sind vielleicht autobiographisch, dann aber auch wieder verfälscht. Interessant, dass meine Tochter, als sie es gelesen hat, immer meinte: ‚Ah, das bist ganz klar du.‘ ‚Ach ja, interessant, dass du das meinst‘. Andere Leute sehen da irgendwas drin.“

„Also ich kann nicht sagen: ‚Der bin ich‘. Ich denke, es sind immer Teile von mir, vielleicht irgendwo ein bisschen verteilt auf verschiedene Protagonisten. Es ist sicher ein Teil Autobiografisches drin, das kann man gar nicht vermeiden – möchte ich auch gar nicht. Da kann ja jeder rätseln, was es wohl ist. Ich weiß es manchmal selber nicht genau.“

Wiederholungstäter

Carsten Berg fällt übrigens in die Kategorie „Wiederholungstäter“: 1998 ist schon ein Aachen-Krimi von ihm erschienen. „Der hieß ‚Die Printen-Connection‘. Es ging natürlich um Printen, die vergiftet waren. Und ich habe gedacht, gut, wenn man über Aachen schreibt, muss irgendwas über die Printen drin sein und das war dann der Aufhänger.“

Bis zum nächsten Krimi soll auf jeden Fall nicht so viel Zeit vergehen, diesen Vorsatz hat Carsten Berg gefasst. „Dafür bin ich auch schon ein bisschen zu alt. Wenn jetzt so alle ein, zwei Jahre ein Buch käme, dann wäre das schon ganz gut. Das ist so der Plan. Es war sehr umständlich, über so viele Jahre zu recherchieren und die Häppchen zusammenzuführen, dann weiß man einfach selber gar nicht mehr, wo man ist.“

„Man fängt immer wieder neu an und das ist mir auch zu anstrengend auf die Dauer. Wenn man einfach mal stringent was durch schreiben könnte, wäre das schon ganz schön. Ist natürlich schwierig mit dem Job und der Familie. Aber gut, ich weiß ja jetzt, wie es geht.“

Stephan Pesch