Gärtnern im Klimawandel: Tipps für einen robusteren Garten

So langsam zieht der Frühling ein. Dann kann man auch mit der Gartenarbeit beginnen. Gar nicht so einfach, die passenden Pflanzen auszuwählen, denn der Klimawandel macht manchen Pflanzen ganz schön zu schaffen. "Gärtnern im Klimawandel" ist ein neues Buch des österreichischen Gärtners Norbert Griebl. Er hat darin ganz viele Pflanzen-Tipps zusammengestellt.

Biene in Blume, Garten

Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / Alexander Matvienko

Der nächste Sommer kommt bestimmt. Den Garten dafür fit machen, ist in unseren Breitengraden gar nicht mehr so einfach. Der Klimawandel macht es den Pflanzen schwer. Robuste Gewächse müssen her, die zum einen lange heiße Phasen, aber auch intensive Regenperioden aushalten müssen. Da kommt Gärtner Norbert Griebl ins Spiel. Der Österreicher hat sich mit diesem Thema befasst und ein ganzes Buch dazu geschrieben.

Dass das Thema Klimawandel bei der Gartengestaltung immer mehr in den Vordergrund rückt, ist ihm im Laufe der Jahre aufgefallen. „In der Gärtnerschule haben wir noch gelernt, dass die Palisaden-Wolfsmilch in Mitteleuropa nicht winterhart ist. Im Laufe der Jahre konnte man aber sehen, dass sie nicht nur winterhart bei uns ist, sondern, dass sie auch verwildert vorkommt. Das war eigentlich schon ein Anzeichen dafür, dass sich einiges tut bei uns. Das geht relativ rasch. Da ist es wichtig, sich auf diese Änderungen einzustellen, wenn man in seinem Garten arbeitet.“

Artenvielfalt

Eine durch Insekten entstehende Geräuschkulisse im Garten bevorzugt auch Norbert Griebl. Die Insekten werden durch bunte Blüten angezogen – auch hier ist Artenvielfalt das Stichwort. „Je artenreicher, je bunter der Garten, desto besser – ganz egal welche Arten. Hauptsache ist, dass es schön grün und bunt und unterschiedlich ist. Dass zu jeder Zeit immer etwas anderes blüht, das ist meiner Meinung nach das Wichtigste.“ Gar nicht mehr zeitgemäß seien dagegen Kies- oder Steingärten, so der Pflanzenexperte.

In seinem Buch präsentiert er 100 robuste Pflanzen für einen langlebigen Garten. „Die Pflanzen, bei denen ich in den letzten 40 Jahren gesehen habe, dass sie es leicht haben bei uns. Und auch Pflanzen, bei denen es vor ein paar Jahren noch unmöglich war, sie in Mitteleuropa zu setzen. Eine Indianerbanane, eine Lotuspflaume oder eine Jujube zum Beispiel. Jetzt gehen die bei uns auch tadellos.“

Mediterraner Flair

Inzwischen wachsen in Mitteleuropa Pflanzen, die man eher aus dem mediterranen Raum kennt. Der südländische Flair ist hier schon längst angekommen, sagt Norbert Griebl. „In den Weingebieten wachsen bereits Feigen oder Passionsblumen problemlos – auch winterharte Kiwis. Die wachsen nicht nur im Garten, sondern auch schon in der freien Landschaft. Wir sind also mitten drin, dass der mediterrane Flair auch zu uns kommt.“

Sein Garten zu Hause ist richtig wild gehalten. Da wachse dann auch mal eine Sonnenblume neben einer Tomate. Dazu gebe es dann noch ganz viele Tiere, wie Rehe, Fasane oder Hasen, so Griebl. Ganz so wild muss man es natürlich nicht haben. Allerdings soll man sich, bevor man im Garten loslegt, die ein oder andere Frage stellen. „Brauche ich einen Sonnenschirm oder kann ich den auch durch einen Laubbaum ersetzen, der ja auch eine angenehmere Kühle abgibt, als der Sonnenschirm? Brauche ich unbedingt einen Rasen? Der ist ja ökologisch eigentlich wertlos. Kann es da nicht eine Blumenwiese sein“, fragt Griebl.

„So könnte man jetzt immer weiter gehen: Flachdächer begrünen, wäre ein wichtiger Punkt. Statt Kies einen biologischen Mulch nehmen. So gibt es viele Punkte, die man bedenken sollte, wenn man mit einem neuen Garten beginnt.“

Lena Orban