„Bosch in Versuchung“ und „Das Flüstern Gottes“: Neue Bücher von Freddy Derwahl

Von dem Eupener Schriftsteller Freddy Derwahl sind fast zeitgleich zwei Bücher erschienen, die vom Inhalt sehr unterschiedlich sind.

Autor Freddy Derwahl mit den beiden neuen Büchern (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Autor Freddy Derwahl mit den beiden neuen Büchern (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Zum einen handelt es sich um die Neuauflage seines Romans „Bosch in Belgien“, der nun im Eifeler Literaturverlag unter dem Titel „Bosch in Versuchung“ herausgegeben wurde.

„Es war das erste belletristische Buch, das den Anspruch hatte, die ostbelgische Geschichte nachzuerzählen oder zu beleuchten“, erklärt Derwahl. „Ich habe mich hingesetzt und geschrieben – aus persönlicher Erfahrung, aus den geschichtlichen Fakten und ein bisschen Ironie war dann auch dabei.“

Die andere Veröffentlichung ist ein spirituelles Reisetagebuch mit dem Titel „Das Flüstern Gottes“ (Bonifatius-Verlag).

„Die Bücher sind quasi während einer Woche gleichzeitig erschienen. Das war aber eher ein Zufall der Druckproduktion und das war keineswegs abgesprochen“, sagt Freddy Derwahl fast entschuldigend.

Die Neuauflage des Bosch-Romans ziert nicht nur ein neuer Titel, sondern auch ein Detail aus dem Gemälde „La Joie de vivre“ von Paul Delvaux, das im Buch eine Rolle spielt: „Wir wollten in Aachen nicht das Eupener Buch schwarz auf weiß kopieren. Es sollte eine größere deutsche Leserschaft erreicht werden.“

Der Eifeler Literaturverlag ist eine Initiative der Verlagsgruppe Mainz in Aachen. „Da kam auch der Gedanke, die belgische Eifel selbstverständlich mit einzuziehen. Und dann wurde das im Allgemeinen ohnehin Ostbelgien genannt“, erklärt Derwahl. „Und so hat man mich kontaktiert und gefragt, ob ich damit einverstanden sei. Einverstanden sein musste der GrenzEcho-Verlag, der, weil das Buch fast vergriffen war, keine Schwierigkeiten gemacht hat, uns das in Aachen zu überlassen.“

Für viele Leser dürfte der „etwas historisierende Charakter“, wie es Derwahl nennt, interessant sein: von den Kriegserlebnissen der Vorgängergenerationen über das schwierige Verhältnis des Protagonisten zu Belgien bis zu den Anfängen der Autonomie. Mitunter geht es ins Bukolische, Burleske, mit pikanten Details – lassen sich doch trotz dichterischer Freiheit und Namensänderungen die handelnden Personen unschwer erraten.

Zudem hatte Freddy Derwahl vor zwei Jahren seine Lebenserinnerungen veröffentlicht: die Biografie „Auf dem Marktplatz“. Vieles aus dem, was darin beschrieben wird, spiegelt sich in dem Bosch-Roman wider, das Spirituell-Mystische allerdings eher in dem anderen Buch: „Das Flüstern Gottes“.

Beim Bonifatius Verlag in Paderborn, erzählt Freddy Derwahl, habe es einen sehr interessanten Aufschwung gegeben mit dem neuen Verlagsleiter Ralf Markmeier. „Er hat auch die Idee gehabt, ein Buch zu machen, eine Art Reisetagebuch. Es soll einerseits spirituelle, sogar mystische Bereiche berühren, aber es sollte auch persönlich sein.“

Es geht aber nicht nur um die persönlichen Erlebnisse von Freddy Derwahl. „Nein, weiß Gott nicht. Ich bleibe da irgendwie auch im Hintergrund. Aber ich erzähle von meinen Reisen, die von der deutschen Eifel bis in die innere Wüste Ägyptens reichten.“

So sei etwas relativ Originelles entstanden: „Eine Einführung in einen heiligen Bereich der Kirche, der gerade in diesen Monaten der Missbrauchsskandale und der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie eine besondere Bedeutung bekommt: in einer großen Publikumswelle von Kirchenaustritten und heftiger Kirchenkritik einmal beherzt gegen den Strom zu schwimmen.“

 

 

sp/km