Boef: Eine Hundegeschichte aus Auel

In der Corona-Pandemie haben sich so manche Menschen ein Haustier angeschafft. Zu diesen Menschen zählt auch das flämische Autorenpaar Jana Wuyts und Marnix Peeters. Sie leben schon seit einigen Jahren in Auel. Doch dass plötzlich ein Hund in ihr Leben kam, war eigentlich gar nicht so geplant. Die ganze Geschichte ist jetzt sogar als Buch erschienen, denn zu erzählen gab es tatsächlich eine ganze Menge.

Jana Elza Wuyts und Marnix Peters mit Hund Boef (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Jana Elza Wuyts und Marnix Peters mit Hund Boef (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Ein Spanischer Berghund in einem Eifeler Garten. Ein wilder Streuner, den eigentlich Freunde von Jana Wuyts und Marnix Peters adoptieren wollten. Eingefangene Hunde werden in Spanien schneller eingeschläfert als in Belgien.

Doch kaum zurück aus Spanien kam der Lockdown. Jana und Marnix mussten sich notgedrungen selber um den Hund kümmern. „Als er in Belgien angekommen ist, war er ein Jahr alt. Er hatte noch nie in einem Haus gelebt und musste noch alles lernen“, erzählt Marnix Peters.

Ausgerechnet ein Hund mit eigensinnigem Charakter. Eine Rasse, die sich kaum erziehen lässt – Podenco Orito. „Ein Jagdhund. Das wussten wir leider nicht“, erklärt Jana Wuyts. „Er war anfangs sehr ängstlich. Alle Sachen, die für uns normal sind, waren neu für ihn. Das hat gedauert, bis er sich eingewöhnen konnte. Durch Corona hatten wir die Zeit, alles kennenzulernen.“

Drei Stunden Bewegung braucht der Hund pro Tag. Die langen Spaziergänge sind noch die kleinste Sorge. Boef (auf Deutsch: der Gauner) bringt die beiden mit seiner Energie an den Rand der Verzweiflung und Erschöpfung. Rund zehn Kilo Gewicht verlieren sie vor Stress. „Die ersten Monate sind wir mit weinenden Augen eingeschlafen. Jedes Geräusch war ein Problem für Boef“, erinnert sich Peters.

Jana Elza Wuyts mit Hund Boef (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Bild: Manuel Zimmermann/BRF

Chaos statt Corona-Kilos und Langeweile. Acht bis neun Stunden sind die beiden pro Tag mit Boef beschäftigt. „Wir waren oft am Ende unserer Kräfte. Boef war unser Freund, aber auch ein wenig unser Feind. Dann haben wir Hilfe von Pascal Keilig und Jeanne Dürnholz von ‚Hunde in Not‘ erhalten. Ab da haben wir Boef ein wenig verstehen können“, erzählt Wuyts.

Die Geschichte von Boef gibt es in Flandern als Buch und geht bereits in die vierte Auflage. Tierjournalisten sind voll des Lobes. Auch weil es kein reiner Erziehungsratgeber geworden ist, sondern auch von den Schattenseiten von einem Leben mit Hund erzählt.

„Ich mache immer viele Pläne. Aber mit so einem Hund geht das nicht. Man muss lernen, loszulassen und dem Hund zu folgen. Das war eine gute Lektion für mich“, erzählt Wuyts.

Der Alltag mit Boef ist für die beiden noch immer eine Achterbahnfahrt. Ein Leben ohne ihren Hund können sich die beiden aber nicht mehr vorstellen. „Wir haben ihn gerettet, aber er hat auch uns gerettet“, sagt Peters. Und Wuyts fügt hinzu: „Ja, auch vor dunklen Gedanken.“ Im Corona-Jahr hat er sie in den Wald gezogen. „Und das hat Spaß gemacht“, so Peters.

Das Buch ‚Boef‘ von Jana Elza Wuyts kostet 19,99 Euro. Es ist nur in den Filialen von Standaard Boekhandel erhältlich, oder per Postbestellung.

"Boef" von Jana Elza Wuyts (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Bild: Manuel Zimmermann/BRF

Manuel Zimmermann