Identität und Erinnerung: Studientag zur ostbelgischen Literatur

Von Freddy Derwahl über Leo Wintgens bis hin zu Bruno Kartheuser: Am Freitag befasst sich in Brüssel ein Studientag mit ostbelgischer Gegenwartsliteratur. Dabei wird es auch um das Verhältnis von Historikern und Schriftstellern in Ostbelgien gehen.

Bild: Katrin Margraff/BRF

Worüber schreibt die Gegenwartsliteratur in Ostbelgien? Welches Bild vermittelt sie nach außen? Am Freitag befassen sich in der Vertretung der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Brüssel Fachleute mit diesen und ähnlichen Fragen. Organisiert wird die Studientagung von der Freien Universität Brüssel und von der Universität Antwerpen.

Zu den Referenten gehört auch Dr. Lesley Penné. Sie ist Literaturwissenschaftlerin an der Freien Universität Brüssel und hat sich in ihrer Doktorarbeit mit ostbelgischer Gegenwartsliteratur auseinandergesetzt. „Ich selber befasse mich mit einigen Romanen, die um die Jahrtausendwende veröffentlicht wurden, darunter Werke von Freddy Derwahl oder Leo Wintgens“, erklärt sie im BRF-Interview. „Auf dem Studientag werden aber auch noch andere Referenten sprechen, die sich beispielsweise mit Robert Schaus oder Bruno Kartheuser auseinandersetzen.“

Zu dem Studientag wurden auch Historiker eingeladen, etwa der Eupener Christoph Brüll, der über das Verhältnis von Historikern und Schriftstellern in Ostbelgien berichten wird. „Man geht eigentlich von der Feststellung aus, dass zahlreiche literarische Publikationen über Ostbelgien aus der Feder ostbelgischer Autoren stammen und dass sie sich mit der bewegten Vergangenheit der Region auseinandersetzen, aber dass das nie zu einem richtigen Dialog zwischen Schriftstellern und Historikern in der Region geführt hat“, erklärt Lesley Penné. „Diesen Mangel an Dialog möchten wir mit dem Studientag kompensieren.“

Weitere Referenten sind Philippe Beck (Interkulturalität und Kriegserfahrung. Grenzlandromane im Vergleich), Alfred Strasser (Ostbelgische Lyrik zwischen Heimatverbundenheit und Weltoffenheit), Donato Morelli (Kollektive Identitäten im belgischen Roman) und Adam Kubik (Entfremdung der eigenen Heimat in Romanen zu Schlesien, Südtirol und Ostbelgien).

Bild: Stephan Pesch/BRF

Bild: Stephan Pesch/BRF

sp/mg

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