Am frühen Morgen des 10. Mai 1940 bricht die Hölle aus. Bis zu 45 Meter unter der Erde gibt es für die 60 belgischen Soldaten kein Entkommen. Die erste Angriffswelle der deutschen Wehrmacht auf das Fort dauert nur 15 Minuten. "Es ist wichtig, dass die jungen Leute das auch sehen. Die jungen Leute lesen nicht mehr. So muss man etwas Aktives machen. Diese Art Angriff 1940 auf das Fort Eben-Emael war das erste Mal, dass es in der Weltgeschichte eine Special Operation gab", erklärt Marcel Verhasselt, Vize-Präsident der ASBL Fort Eben-Emael.
In einer immersiven Filmvorstellung erleben die Besucher diesen Angriff mit - bewegend und historisch korrekt aufgearbeitet. Bei der Premiere dabei: Verteidigungsminister Theo Francken. Im Anschluss hatte er einen Appell. "Bringt so viele junge Menschen wie möglich hierhin." Weltweit würden Kriege und Konflikte immer wahrscheinlicher. Das sei traurig. Doch auch für Westeuropa werde es schwierig, sagte Francken.
Rund 100.000 Euro hat die ASBL Fort Eben-Emael in den 15-minütigen Film investiert. Die Hälfte der Kosten haben die belgischen Streitkräfte übernommen. Schließlich ist das Gelände des Fort noch immer im Besitz der Armee.
In den letzten fünf Jahren konnte das Fort seine Besucherzahlen verdoppeln: Mehr als 40.000 Menschen kommen nun jedes Jahr hierher. Bis zum Jahr 2028 soll die Festungsanlage als Museum weiter erschlossen werden.
Schon Ende Juni soll ein Segelflugzeug auf der Festung angebracht werden. "Es wird elf Meter lang und 22 Meter breit", freut sich Marcel Verhasselt. Das Segelflugzeug wird eine Rekonstruktion der deutschen Kampfsegler, die den Blitzangriff 1940 eingeleitet haben.
Das alles mit nur einem Ziel: Niemals zu vergessen, welche Zerstörung Krieg anrichtet. Bei dem Angriff auf das Fort Eben-Emael haben insgesamt 1.329 Menschen ihr Leben gelassen.
Wer das Fort Eben-Emael besuchen möchte, hat auch die Möglichkeit, deutschsprachige Führungen zu buchen. Alle Infos dazu gibt es auf der Webseite des Fort Eben-Emael.

Simonne Doepgen








