Hergé-Cover „Der blaue Lotus“ wird versteigert

Von Comiczeichner Hergé - dem geistigen Vater von "Tim und Struppi" ist eine Original-Zeichnung aufgetaucht: Die erste Version der Zeichnung, die das Cover des Albums "Der Blaue Lotus" ziert.

Die Originalzeichnung für das Cover von "Le Lotus Bleu"

Die Originalzeichnung "Le Lotus Bleu" von Hergé im Auktionshaus Artcurial in Brüssel (Foto: Nicolas Maeterlinck, Belga)

Sein Besitzer hat es 84 Jahre lang bei sich zu Hause gehabt. Es handelt sich um einen Nachkommen der Familie Casterman, die die Tim-und-Struppi-Comics herausgegeben hat. Der Besitzer will die Zeichnung jetzt verkaufen.

Es ist eine Zeichnung aus Aquarell- und Gouache-Farben. Hergé hat sie 1936 fertiggestellt und sie Jean-Paul Castermann geschenkt, der damals sieben Jahre alt war. Wie es heißt hat der kleine Jean-Paul die Zeichnung „sorgfältig sechs Mal gefaltet“ und dann weggelegt. Seitdem ist sie niemals mehr ans Tageslicht gekommen – bis eben jetzt.

Geschätzter Wert: Zwischen zwei und drei Millionen Euro

Hinter dem Verkaufswunsch steckt offenbar ein ganz banaler Grund: Das Bild ist heute viel Geld wert. Deshalb soll es demnächst versteigert werden. Experten schätzen den Wert des „Blauen Lotus“-Covers auf mehrere Millionen Euro:

Zwischen zwei und drei Millionen Euro könnte die Zeichnung einbringen, schätzt Vinciane de Traux vom Brüsseler Auktionshaus Artcurial. Sie spricht übrigens von einem Meisterwerk. Wenn der Preis erreicht wird, dürfte es sich nicht nur um das teuerste Cover eines Tim-und-Struppi-Buches handeln, sondern um das wertvollste Comic-Cover überhaupt.

Am 21. November erfahren wir, für welchen Betrag es tatsächlich unter den Hammer kommt, dann wird die Zeichnung in Paris versteigert. Bevor sie dann in andere Hände übergeht, wird das Original-Deckblack von „Der blaue Lotus“ noch bis zum 2. Oktober in Brüssel zu sehen sein.

Comics als Kapitalanlage

„Der blaue Lotus“ könnte zur teuersten Comic-Zeichnung weltweit werden. Dafür müsste es mehr als 3,2 Millionen Euro einbringen, denn soviel Geld hat ein Ebay-Käufer in den USA für ein Comic-Heft gegeben, in dem Superman zum ersten Mal aufgetreten ist. Der allererste Comic des Marvel-Verlages aus dem Jahr 1939 hat in den USA für etwas mehr als eine Million Dollar den Besitzer gewechselt.

Die alltägliche Wahrheit aber ist, dass die meisten Comics heute nur noch Kleinstbeträge einbringen. Denn: Die Geschichten sind tausendfach gedruckt worden. Dazu kommt: Die Hefte sind oft mehrfach gelesen und vergilbt, dann hat der Besitzer vielleicht auch noch seinen Namen reingeschrieben und es gibt Eselsohren. Also: der perfekte Zustand ist Pflicht, für die Kür – den Goldregen – braucht es aber auch eine Menge Glück.

soir/vrt/jp