Als Karl Bushby jetzt nach 28 Jahren in seiner Heimatstadt Hull ankommt, erwartet ihn ein begeisterter Empfang. Zahlreiche Menschen feiern die Rückkehr des inzwischen 57-jährigen Briten. Bushby selbst zeigt sich überwältigt. Eine solche Begrüßung habe es wohl noch nie gegeben, erklärt er. Zugleich entschuldigt er sich dafür, dass er seine Heimatstadt so lange habe warten lassen.
Dabei hatte der ehemalige Fallschirmjäger der britischen Armee ursprünglich ganz andere Vorstellungen von seiner Reise. Als er 1998 im Süden Chiles aufbrach, wollte er innerhalb von fünf Jahren zurück nach England gelangen. Schon damals hielten Fachleute diesen Zeitplan für äußerst optimistisch. Sie rechneten eher mit 16 Jahren.
Bushby selbst räumte im Laufe seiner Reise ein, dass er mit viel Optimismus, aber auch einer gehörigen Portion Ahnungslosigkeit gestartet sei. Finanziert wurde sein Vorhaben durch Sponsoren.
Von Südamerika bis zur Beringstraße
Seine Route führte Bushby zunächst entlang der Westküste des amerikanischen Kontinents. Von Südamerika wanderte er durch Süd- und Mittelamerika nach Nordamerika bis nach Alaska. Allein für diesen Teil seiner Reise benötigte er acht Jahre. 2006 erreichte er schließlich Alaska.
Dort stand er vor einer seiner größten Herausforderungen. Er musste die Beringstraße nach Russland überqueren. Bushby kämpfte sich durch eisiges Wasser und zwischen treibenden Eisblöcken hindurch. Videos dokumentieren die extremen Bedingungen, unter denen er die Beringstraße überwand.
Doch die eigentlichen Schwierigkeiten begannen erst nach seiner Ankunft auf russischem Boden.
Politische Hindernisse
Die russischen Behörden verweigerten Bushby die Einreise. Zeitweise saß er in Haft und wurde schließlich des Landes verwiesen. Er musste eine andere Route gen Westen suchen. Die hätte durch den Iran geführt. Doch auch der Iran ließ Bushby nicht ins Land.
Bushby musste erneut umplanen. Sein Weg führte ihn jetzt schwimmend durch das Kaspische Meer.
2024 bewältigte er die 288 Kilometer lange Strecke in mehreren Etappen, natürlich mit Pausen und begleitet von Booten. Bilder und Videos der Aktion veröffentlichte Bushby auf seinen Social-Media-Kanälen.
Über Belgien zurück nach England
Nach der Überquerung des Kaspischen Meeres setzte Bushby seine Reise fort. 2025 erreichte er die Türkei. Von dort führte ihn sein Weg weiter in Richtung Westeuropa.
Im Oktober machte der Abenteurer auch in Belgien Station. Damit war seine Heimat bereits in greifbare Nähe gerückt. Als letzte Herausforderung galt es noch den Ärmelkanal zu durchschwimmen. Dann waren es noch einige hundert Kilometer zu Fuß bis zu seiner Heimatstadt Hull.
vrt/okr