Bei einem nächtlichen ukrainischen Angriff mit Dutzenden von Drohnen in der Umgebung der russischen Stadt Sankt Petersburg ist ein Mensch gestorben. An zwei Öldepots in der Stadt sind Brände ausgebrochen, teilten die lokalen Behörden mit.
Laut dem Bürgermeister der Stadt sind außerdem fünf Menschen verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden. Auch ein Lager eines russischen Online-Händlers ist ihm zufolge getroffen worden, ebenso wie etwa zehn Wohngebäude. 20.000 Menschen waren ohne Strom.
Die russische Luftabwehr schoss 145 Drohnen in der Region ab. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tass handelte es sich um den größten ukrainischen Drohnenangriff auf die Region Leningrad seit Beginn des Krieges zwischen Russland und der Ukraine.
In Moskau mussten die beiden Flughäfen der Stadt ihren Betrieb vorübergehend einstellen. Eine Bestätigung oder Stellungnahme aus der Ukraine zu den russischen Angaben liegt bislang nicht vor.
Unterdessen will die US-Regierung innerhalb von 60 Tagen die Folgen der vorübergehend ausgesetzten Sanktionen gegen Russland bewerten. Außenminister Marco Rubio kündigte eine entsprechende Prüfung an. Präsident Donald Trump ließ offen, wie er anschließend entscheiden werde.
Trump hatte die Sanktionen und Zölle am Freitag kurz vor ihrem Inkrafttreten gestoppt. Ausschlaggebend waren die hohen Energiepreise. Zuvor hatte er eine Vereinbarung mit Russland über Diesellieferungen getroffen.
Den neuen russlandfreundlichen Kurs hat Trump zwei Wochen vor den Zwischenwahlen in den USA eingeschlagen. Die gestiegenen Lebenshaltungskosten und die hohen Spritpreise infolge des Iran-Kriegs könnten dort zum Nachteil der Regierungspartei werden.
Selenskyj kritisiert Einschränkungen bei Starlink
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich erneut über die eingeschränkte Verfügbarkeit des Satelliteninternets Starlink in der Ukraine beklagt. Der Dienst ist für die militärische Kommunikation von großer Bedeutung. Sowohl Starlink-Betreiber Elon Musk als auch die US-Regierung haben bestritten, für die Einschränkungen verantwortlich zu sein.
dlf/afp/belga/fk