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Trump über Selenskyj: "Kein guter Mann zum Verhandeln" - Russische Angriffe gehen weiter

16.10.202609:1916.10.2026 - 14:52
  • Russland
  • Ukraine
  • Ukraine-Krieg
  • USA
US-Präsident Trump und der ukrainische Präsident Selenskyj bei ihrem Treffen in Washington am 18. August 2025
US-Präsident Trump und der ukrainische Präsident Selenskyj (Archivbild: Andrew Caballero-Reynolds/AFP)

US-Präsident Trump hält den ukrainischen Präsidenten Selenskyj für einen schwierigeren Verhandlungspartner als Russlands Staatschef Putin.Unterdessen gehen Russlands Angriffe weiter

In einem Interview mit dem konservativen Sender Newsmax stellte Trump Selenskyj sogar als Hindernis für einen Friedensschluss im Ukraine-Krieg dar. Wenn es ein Abkommen geben sollte, dann nur ohne Selenskyj, sagte Trump.

Selenskyj und Trump sind in den vergangenen Jahren immer wieder - auch öffentlich - aneinandergeraten. Der ukrainische Präsident ließ jüngst erkennen, dass er sich von Trump betrogen fühlt, weil dieser mit Russland einen Deal über die Lieferung von russischem Diesel vereinbart hatte, statt stärkeren Druck auf Moskau auszuüben.

Trump wiederum warf Selenskyj vor, durch Angriffe auf russische Raffinerien für steigende Ölpreise auf dem Weltmarkt zu sorgen.

370.000 Menschen ohne Strom

Im Westen der Ukraine gibt es nach neuen russischen Drohnenangriffen einen großflächigen Stromausfall. Mindestens ein Mensch kam Behördenangaben zufolge ums Leben. Acht weitere seien verletzt worden, teilte der Gebietsgouverneur Roman mit. Seinen Angaben zufolge wurde zivile und kritische Infrastruktur angegriffen.

Am frühen Freitagmorgen waren zunächst 370.000 Verbraucher ohne Strom, später waren es noch 270.000. Polen ließ während der russischen Angriffe Kampfjets aufsteigen, um seinen Luftraum zu schützen.

Auch in  der Hauptstadt Kiew sind nach einer Notabschaltung Teile der Stadt ohne Strom. Bereits in der Nacht hatte Präsident Selenskyj von einem Angriff auf die Energieinfrastruktur und Stromausfällen in der Region berichtet.

Die Ukraine hatte am Donnerstag die von US-Präsident Trump angekündigte sogenannte “Energie-Waffenruhe” beendet, nachdem Russland sie mehrfach gebrochen hatte. Trump bezeichnete die fortgesetzten ukrainischen Angriffe auf Energieanlagen in Russland als Schande. Selenskyj behindere damit einen Frieden im Ukraine-Krieg, sagte er.

In der Zentralukraine schlugen russische Drohnen in ein Wohnhaus ein, fünf Menschen wurden verletzt. Im südukrainischen Gebiet Odessa wurden Behördenangaben nach vier Menschen bei russischen Angriffen verletzt. In Sumy im Norden des Landes traf laut dem regionalen Zivilschutzes am Freitagmorgen eine Drohne ein Einkaufszentrum. Drei Menschen seien dabei verletzt worden.

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben am Freitagmorgen ein Schiff im Schwarzen Meer angegriffen, das auf dem Weg zur ukrainischen Hafenstadt Odessa gewesen sei. Auch ein Logistiklager habe man attackiert, teilte das Verteidigungsministerium mit. Russland zufolge handelte es sich dabei um militärische Ziele.

Litauen verlängert Grenzschutz zu Kaliningrad

Litauen wird den verstärkten Schutz seiner Grenze zur russischen Ostsee-Exklave Kaliningrad verlängern. Der litauische Verteidigungsminister kündigte an, die militärische Unterstützung des Grenzschutzes werde bis Mitte November beibehalten. Er begründete dies mit möglichen Flüchtlingsströmen von Bewohnern der Region Kaliningrad und damit verbundenen illegalen Grenzübertritten.

Hintergrund sind Berichte über eine möglicherweise geplante Mobilmachung in Russland nach der jüngst erfolgten Parlamentswahl. Dies könnte zur Folge haben, dass in Kaliningrad lebende wehrpflichtige Russen das Land verlassen wollen.

dpa/dlf/jp

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