Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay. Das gab das norwegische Nobelkomitee am Freitagvormittag in Oslo bekannt.
"Navi" Pillay war von 2003 bis 2008 Richterin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Bis 2014 amtierte sie als Menschenrechtskommissarin der Vereinten Nationen. Das Nobelpreiskomitee würdigt Pillays "Einsatz zur Förderung des Friedens und des Völkerrechts“.
Der Friedensnobelpreis wird traditionell am 10. Dezember in Oslo überreicht - dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.
Die Vereinten Nationen begrüßten die Entscheidung. Die Auszeichnung sei ein starkes Signal für den weltweiten Einsatz für Menschenrechte, erklärte eine Sprecherin des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte in Genf. Sie unterstreiche den Wert und die Bedeutung der Menschenrechte, gerade in der heutigen Zeit.
Auch die Präsidentin des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, Tomoko Akane, würdigte die Entscheidung. Der Preis hebe die entscheidende Rolle der internationalen Justiz für einen dauerhaften Frieden hervor. Das sei besonders wichtig, da internationale Rechtsinstitutionen derzeit unter großem Druck stünden.
Scharfe Kritik aus Israel
Israel hat die Verleihung des Friedensnobelpreises an Pillay scharf kritisiert. Das Nobelpreiskomitee habe "die größte Lüge des 21. Jahrhunderts" belohnt, heißt es in einer Stellungnahme des israelischen Außenministeriums. Die Verleihung des Friedensnobelpreises an Pillay sei keine Würdigung der Gerechtigkeit. Es sei die groteske Instrumentalisierung einer Auszeichnung, um antiisraelischen Hass und Vorurteile zu legitimieren. Der nationalsozialistische Propagandaminister Joseph Goebbels applaudiere "sicher aus der Hölle".
Zuletzt leitete Pillay eine UN-Untersuchungskommission, die Israel 2025 Völkermord im Gazastreifen vorwarf. Ministerpräsident Netanjahu hatte die Anschuldigung, sein Land begehe im Gazastreifen einen Völkermord, kürzlich als "größte Lüge des Jahrhunderts" bezeichnet.
dpa/vrt/jp/mh