Bei russischen Luftangriffen auf die Ukraine sind nach ukrainischen Angaben mehrere Menschen getötet worden. Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.
In Kiew und Umgebung seien mehr als 16 Wohn- und Industriegebäude beschädigt worden, ein Mann sei bei einem Drohnenangriff ums Leben gekommen. Die ukrainische Regierung wirft Russland vor, die Hauptstadt unaufhörlich anzugreifen.
Präsident Selenskyj zufolge sind zudem drei Menschen bei nächtlichen Angriffen in der Region Saporischschja getötet worden. In Odessa habe ein massiver Angriff mehrere Gebäude beschädigt, darunter ein Wohnhaus, eine Klinik und ein Getreidelager; auch dort gebe es ein Todesopfer. Moskau meldete unterdessen die Einnahme eines Grenzdorfes in der Region Charkiw.
Massive russische Angriffe
Russland hat die Ukraine nach Angaben von Selenskyj binnen einer Woche mit mehr als 2.200 Kampfdrohnen großer Reichweite angegriffen. Zudem seien mehr als 1.640 Gleitbomben sowie 38 ballistische Raketen und Marschflugkörper eingesetzt worden. Selenskyj zufolge gelinge es mittlerweile, rund 55 Prozent der neuen, schnelleren Jetdrohnen abzufangen, wofür es bislang aber keine Belege gibt.
Am Samstag hatte Moskau angekündigt, seinen Angriffskrieg unter allen Umständen zu Ende zu führen.
Ukraine lässt Lebensmittel für abgeriegelte Stadt Oleschky abwerfen
Ukrainische Truppen haben vier Tonnen Lebensmittel per Drohne nach Oleschky gebracht. Die Kleinstadt liegt im russisch besetzten Süden und ist seit Monaten abgeriegelt. Das teilten die ukrainischen Behörden mit.
Russland halte dort etwa 2.000 Menschen fest, darunter fast 50 Kinder. Sie müssten ohne Nahrung, Strom und Wasser überleben. Hilfsorganisationen beklagen seit langem die Lage in Oleschky. Die nahe Front und die dort liegenden Minen machen die Stadt lebensgefährlich. Der letzte Laden schloss laut UN im Januar. Seit Mai kamen keine Lebensmittel mehr an.
Der Kreml gestand die kritische Lage kürzlich ein. Bisherige Versuche für einen humanitären Korridor scheiterten. Der Europarat forderte zuletzt einen Waffenstillstand.
belga/dpa/vk