Zum Auftakt der russischen Parlamentswahl haben Oppositionskräfte erste Verstöße gemeldet. Die ausgeschlossene Anti-Kriegspartei Jabloko beklagte massiven Druck auf ihre rund tausend Wahlbeobachter. In mehreren Städten sei ihnen der Zugang zu Wahllokalen verwehrt worden. Auch die Kommunistische Partei berichtete von abgewiesenen Beobachtern. Eine Menschenrechtsplattform zählte mehrere Hundert ähnliche Vorfälle.
Die EU-Kommission hatte im Vorfeld scharfe Kritik an der Wahl geübt. Sie sprach von systematischer Repression und dem Ausschluss jeder demokratischen Opposition. Die Art der Wahl unterstreiche die anhaltende Aushöhlung der Demokratie in Russland, so ein Sprecher. Er verwies auf den Ausschluss von Jabloko, die sich offen gegen den Ukraine-Krieg stellt. Der Kreml nehme den Wählern eine echte Wahl. Die Kommission verurteilte zudem die Organisation der Wahl in besetzten ukrainischen Gebieten als Verstoß gegen internationales Recht.
Die Russen wählen von Freitag bis Sonntag erstmals seit Kriegsbeginn ein neues Parlament, ein Sieg von Putins Partei Geeintes Russland gilt als sicher.
belga/dpa/vk