Soziale Netzwerke, bestimmte Spieleplattformen und Anbieter von KI für Kinder und Jugendliche sollen nach Plänen der EU-Kommission künftig nachweisen müssen, dass sie sicher sind. Vorher solle es keinen Zugang zu den Minderjährigen geben, erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Straßburg.
Wer unter 18 ist und einen Account hat, muss dem Vorschlag der Behörde zufolge zum Beispiel künftig andere Nutzer einfach blockieren und stummschalten können. Zudem müssen Accounts von Minderjährigen standardmäßig auf privat gestellt sein und der Zugriff auf Standortdaten, Kamera und Mikrofon deaktiviert sein. Auch eigene Livestreams sollen sie nicht starten dürfen.
Gegen Suchtgefahr
Die Onlinedienste sollen zudem nachweisen müssen, dass sie nicht so gestaltet sind, dass sie Kinder süchtig machen. Tabu sind außerdem persönliche Empfehlungsfeeds, die Jugendliche in schädliche Inhalte ziehen, sowie die Möglichkeit, endlos zu Scrollen, ohne dass es technische Pausen gibt - etwa weil Daten nachgeladen werden müssen, bevor das nächste Video abgespielt wird. Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, dürfen die Plattformen den Plänen zufolge Kinder und Jugendliche ihre Plattformen nutzen lassen.
Eigene Konten erst ab 15
Zwischen 3 und 13 Jahren sollen Kinder weder eigene Accounts noch Geräte haben. Über Konten ihrer Eltern sollen sie für maximal eine Stunde pro Tag kinderfreundliche Videoplattformen nutzen können.
Jugendliche ab 13 Jahren sollen zunächst nur eine Stunde am Tag von ihren Eltern eingerichtete und beaufsichtigte "Mini-Konten" nutzen dürfen. Eigene Nutzerkonten sollten grundsätzlich erst ab 15 Jahren möglich sein. Die Onlineanbieter müssen das Alter kontrollieren.
Bevor neue Regeln in Kraft treten, müssen sich das EU-Parlament und die 27 EU-Mitgliedsländer mit dem Vorschlag befassen. Das könnte Monate oder sogar Jahre dauern.
dpa/est