In der Türkei sind seit Sonntag mehr als 200 Menschen aus der LGBT+-Community festgenommen worden. Mindestens 90 Personen befinden sich inzwischen in Untersuchungshaft.
Die Razzien fanden unter anderem in Ankara, Istanbul und anderen Großstädten statt. Betroffen waren Bars, Vereine und Privatwohnungen von Aktivisten. Den meisten wird Unzucht oder Beihilfe zur Prostitution vorgeworfen.
Justizminister Gürlek sprach von Ermittlungen gegen 162 Verdächtige, neun Vereine und 13 Firmen. Die Aktion falle in Präsident Erdogans "Dekade der Familie". Ziel sei der Schutz von Kindern und der sozialen Ordnung.
International hagelte es Kritik an dem Vorgehen. Homosexualität ist in der Türkei nicht strafbar, gilt aber vielerorts als verpönt.
belga/vk