Dänemark ruft nach den russischen Warnschüssen auf einen Militärhubschrauber keine Nato-Krisensitzung ein. Das bestätigte der dänische Verteidigungsminister Bruus. Die Regierung nannte den Vorfall "rücksichtslos" und "völlig inakzeptabel". Ein Berufen auf Artikel 4 oder 5 des Nato-Vertrags komme momentan aber nicht infrage, so der Minister.
Der dänische Hubschrauber befand sich vor der Küste bei Gedser über internationalen Gewässern der Ostsee. Dort feuerte eine russische Fregatte zwei Leuchtsignale ab. Eines davon näherte sich dem Helikopter. Der russische Botschafter in Kopenhagen wies die Schuld an dem Vorfall dem Hubschrauber selbst zu. Dieser habe "provokative Handlungen" begangen. Man habe zuvor bereits mehrfach gewarnt, so Russlands Botschafter.
Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen erklärte in einer schriftlichen Stellungnahme an den dänischen Rundfunk, sie sei nicht überrascht: "Denn das ist ein Muster, das wir in ganz Europa sehen. Ein immer aggressiveres und selbstbewusster auftretendes Russland, das seinen hybriden Krieg gegen Europa intensiviert hat und die Nato testet und herausfordert." Europa müsse als Antwort enger zusammenrücken und die Verteidigung stärken.
belga/dpa/vk/est