In der Europäischen Union sinkt die Zahl der irregulären Grenzübertritte deutlich. Die EU-Behörde Frontex hat in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres 35 Prozent weniger illegale Grenzübertritte an den Außengrenzen Europas verzeichnet.
Mehr als 74.000 unerlaubte Einreisen bedeuteten einen Rückgang von 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, teilte die EU-Grenzschutzagentur in Warschau mit. Der Rückgang auf fast allen wichtigen Migrationsrouten sei auf die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Partnerländern und auf Präventivmaßnahmen in den wichtigsten Herkunftsländern der Migranten zurückzuführen, so Frontex.
Allerdings räumte Frontex in dem Bericht ein, dass die genannten Zahlen die "großangelegte Migrationsbewegung" von Marokko zu der spanischen Exklave Ceuta Ende Juli nicht widerspiegelten. Eine endgültige Gesamtzahl lasse sich wahrscheinlich nicht ermitteln, da die meisten Grenzüberquerer nach Marokko zurückgekehrt seien, bevor sie registriert wurden.
Ende Juli waren nach Angaben der spanischen Regierung zeitweise rund 80.000 Menschen in die Exklave gelangt. 83 Menschen kamen beim Versuch, nach Ceuta zu gelangen, ums Leben. Der Vorfall löste eine Debatte über den Schutz der Außengrenzen der EU und die Verantwortung Spaniens aus.
Aus Frontex-Kreisen hieß es dazu, zwar sei die Situation an den EU-Außengrenzen insgesamt während des Sommers ruhig gewesen, doch Ceuta habe deutlich gemacht, dass sich auch eine ruhige Grenzlage innerhalb weniger Stunden ändern könne.
Schleusernetzwerke würden nicht verschwinden, wenn die Zahlen zurückgehen. Vielmehr würden die Menschenschmuggler nur auf die nächste Gelegenheit warten, um diese voll zu nutzen. Genau in diesem Moment müsse Frontex bereit sein.
dpa/est