Spaniens Regierungschef Sánchez hat Russland und Israel vorgeworfen, die Migrationskrise in Ceuta angeheizt zu haben. Soziale Netzwerke mit Verbindungen zu beiden Ländern hätten Falschmeldungen verbreitet. Das sagte Sánchez in einem Radiointerview.
Dabei hätten die Falschmeldungen einen Massenandrang auf die spanische Exklave ausgelöst. Sánchez verwies auf Informationen des Europäischen Auswärtigen Dienstes.
Demnach hätten Russland und Israel ein politisches Interesse an der Einmischung. Spanien kritisiert Russlands Krieg gegen die Ukraine und Israels Vorgehen in Gaza. Sánchez machte zudem ein internationales rechtsextremes Netzwerk für Desinformation verantwortlich.
Ende Juli waren Zehntausende Migranten nach Ceuta gelangt. Die meisten kehrten anschließend nach Marokko zurück. Die spanische Regierung steht wegen der Krise innenpolitisch unter Druck.
Italien verlängert Grenzkontrollen zu Spanien
Italien hat die Grenzkontrollen zu Spanien um weitere 15 Tage verlängert. Das teilte das Innenministerium in Rom mit. Kontrolliert werden Einreisen über Flughäfen und Seehäfen.
Italien hatte die Kontrollen vor einem Monat wieder eingeführt. Grund war die Ankunft Tausender Migranten in der spanischen Exklave Ceuta. Die italienische Regierung sieht die Gründe für die Kontrollen weiterhin gegeben.
Spanien kontrolliert seinerseits Einreisende aus Italien. Diese Kontrollen gelten zunächst bis zum kommenden Sonntag. Ob Madrid die Maßnahme verlängert, ist noch offen.
Kritiker hatten Italiens Vorgehen als innenpolitisch motivierte Symbolpolitik bezeichnet. Die Kontrollen durchbrechen die Reisefreiheit innerhalb des Schengen-Raums.
dpa/vk