Der Iran gewährt nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna mehreren Öltankern aus dem benachbarten Irak eine Passage durch die Straße von Hormus.
Die Sondergenehmigung sei bei einem Besuch des iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Baghar Ghalibaf in dieser Woche in Bagdad besprochen worden.
Iraks Präsident Nisar Amedi sagte, er habe Ghalibaf darauf hingewiesen, dass der Irak große finanzielle Verluste erlitten habe und die irakische Regierung die Gehälter der Beamten nicht zahlen könne, solange die Straße von Hormus für irakische Ölexporte gesperrt sei. Die Genehmigung erfolgte vor dem Hintergrund eines verschärften wirtschaftlichen Drucks der USA auf den Iran.
Nach Angaben des US-Senders CNN haben auch China, Indien und Pakistan mit dem Iran Sondergenehmigungen für Öltanker ausgehandelt.
Das Nachbarland Irak nimmt für die Führung in Teheran eine Schlüsselrolle ein. Beide Länder verbindet eine rund 1.600 Kilometer lange Grenze sowie ein enges Netz aus politischen und wirtschaftlichen Beziehungen.
Nach Erkenntnissen des US-Finanzministeriums nutzt Teheran die Kooperation mit dem Irak systematisch zur Umgehung von Sanktionen. Eine Methode sei, iranisches Rohöl oder Heizöl mit irakischem zu vermischen, mit Hilfe falscher Dokumente in irakisches Öl umzudeklarieren und dann auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Als eine weitere Methode wird der klassische Grenzschmuggel genannt.
dpa/est