Das von Russland besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) erneut ohne externe Stromversorgung. Eine 330-Kilovolt-Leitung sei vermutlich am nördlichen Ufer des Dnipro beschädigt worden, teilte die IAEA mit.
Ein Versuch, die Leitung wieder zuzuschalten, sei erfolglos geblieben. Wegen anhaltender militärischer Aktivitäten konnten Techniker die Ursache laut IAEA zunächst nicht feststellen. Automatisch gestartete Dieselgeneratoren versorgten die wichtigen Sicherheitssysteme des Kraftwerks. IAEA-Generaldirektor Grossi warnte vor der "äußerst prekären Lage" für die nukleare Sicherheit und rief die Kriegsparteien erneut zu größtmöglicher Zurückhaltung sowie zum Schutz der externen Stromversorgung auf.
Das Kernkraftwerk Saporischschja ist mit sechs Reaktoren das größte Atomkraftwerk Europas. Bereits kurz nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs geriet es unter russische Kontrolle und wurde seitdem mehrfach beschossen. Die Reaktoren sind abgeschaltet, müssen aber weiterhin gekühlt werden. Dafür ist das Kraftwerk auf externe Stromleitungen oder Dieselgeneratoren angewiesen.
dpa/RoP