Nach dem Massenansturm von Migranten auf die spanische Exklave Ceuta ist die Zahl der Todesopfer auf 67 gestiegen. Diese Zahl nannte das spanische Innenministerium.
Einsatzkräfte hätten die weiteren Leichen gefunden, hieß es. Die meisten Menschen seien bei dem Versuch ertrunken, schwimmend von Marokko aus in die Exklave zu gelangen, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE unter Berufung auf einen Sprecher des Innenministeriums in Madrid.
Ministerpräsident Pedro Sánchez hat unterdessen mehreren Mitgliedsstaaten der Europäischen Union eine egoistische Haltung vorgeworfen. Sánchez sprach sich dafür aus, eine Videokonferenz der europäischen Innenminister anzuberaumen.
"Eine solche Haltung, die durch Vorurteile, Falschmeldungen, Unwissenheit oder politische Interessen motiviert ist, verstößt nicht nur gegen das europäische Recht, das Völkerrecht und die Grundsätze der Solidarität, die uns verbinden, sondern läuft auch den langfristigen Interessen Europas zuwider", so der spanische Ministerpräsident.
EU-Regierungschefs erhöhen Druck
In einem offenen Brief fordern 22 EU-Staats- und Regierungschefs, darunter Premier Bart De Wever, eine schnelle europäische Reaktion. In dem Schreiben äußern sie große Sorge über die aktuelle Lage und kritisieren indirekt die Migrationspolitik der spanischen Regierung.
Konkret geht es um die Entscheidung Madrids, rund eine halbe Million irregulär eingereister Migranten zu legalisieren wegen des Arbeitskräftemangels im Land. Die spanische Regierung betont, dass die Regelung nur Menschen zugutekommt, die ihren Asylantrag bereits vor Ende 2025 gestellt haben.
belga/dpa/moko/mh