Vertreter der EU-Staaten wollen am Samstag in einer Krisensitzung über den Ansturm von Migranten auf die spanische Exklave Ceuta beraten. Mindestens 57 Menschen waren bei der ungenehmigten Überquerung der Grenze über das Meer ums Leben gekommen.
Nach Angaben des spanischen Außenministers José Manuel Albares sind nahezu alle der mindestens 50.000 in Ceuta angekommenen Migranten nach Marokko zurückgekehrt. Laut dem zuständigen EU-Kommissar Magnus Brunner hat keine Person die Grenze zum europäischen Festland überschritten.
Angesichts kaum vorhandener Aussichten auf eine Weiterreise sowie fehlender Unterkunft und Versorgung hätten die Menschen enttäuscht und freiwillig die Rückreise angetreten, schreibt die spanische Zeitung El País.
Trotzdem versuchten am Freitag weitere Hunderte Menschen, in die beiden spanischen Exklaven Ceuta und Melilla zu gelangen. An der Grenze zwischen Marokko und Melilla kam es laut dem staatlichen Fernsehsender RTVE zu Auseinandersetzungen mit Beamten.
Mehrere Menschen hätten Steine auf die Sicherheitskräfte geschleudert, während diese Tränengas eingesetzt hätten. Zunächst war unklar, ob einige der Migranten nach Melilla gelangt waren. In Ceuta, wo die Menschen in den vergangenen Tagen überwiegend schwimmend ankamen, verhinderten spanische Soldaten den Zugang vom Meer zum Strand.
dpa/moko