Die Ukraine ist in der Nacht zum Donnerstag Zielscheibe einer außergewöhnlich heftigen Angriffswelle geworden. Mehrere Städte wurden mit russischen Kampfdrohnen, Raketen und Marschflugkörpern beschossen.
Bei den Luftangriffen auf Kiew sind mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Die ukrainischen Rettungsdienste teilten mit, die Bergungsarbeiten dauerten an. Zuvor hatten sie von weniger Todesopfern gesprochen.
Nach Angaben der Stadtverwaltung trafen Raketen und Drohnen in mehreren Stadtbezirken Wohnhäuser und eine medizinische Einrichtung. Bürgermeister Klitschko sprach von der schwersten Attacke auf die Hauptstadt seit Beginn der russischen Invasion.
Präsident Selenskyj hatte bereits zuvor vor einer groß angelegten Attacke gewarnt. Für Freitag kündigte Kiew einen Trauertag an. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte den Angriff. Es erklärte, dieser sei eine Reaktion auf angebliche ukrainische Angriffe gegen zivile Infrastruktur gewesen.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat nach den jüngsten russischen Angriffen neue Sanktionsvorschläge angekündigt. Je stärker Moskau Zivilisten angreife, desto schärfer müssten die Sanktionen ausfallen, so Kallas.
Nur eine anhaltende militärische Unterstützung der Ukraine und ein erhöhter Druck auf Moskau könnten die Angriffe auf Kiew stoppen. Details zu den neuen Sanktionsvorschlägen nannte Kallas zunächst nicht.
dpa/sh/belga/vk