Bei neuen russischen Angriffen auf die Ukraine sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Betroffen waren unter anderem die Regionen Saporischschja und Dnipropetrowsk.
Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland in der Nacht 236 Drohnen ein. Die meisten davon seien abgefangen worden. Gleichzeitig meldete Russland die Abwehr von 95 ukrainischen Drohnen.
Tschernobyl: Anlage für abgebrannte Brennelemente getroffen
Besorgnis löste ein Drohnenangriff auf eine Anlage zur Lagerung abgebrannter Brennelemente in der Sperrzone von Tschernobyl aus. Der staatliche Betreiber erklärte, ein Empfangsgebäude für Transportbehälter sei teilweise zerstört worden. Zum Zeitpunkt des Angriffs habe sich dort jedoch kein Personal befunden. Die Strahlenwerte seien weiterhin normal.
In dem zentralen Lager in der Sperrzone um das havarierte AKW Tschernobyl werden abgebrannte Brennelemente aus anderen ukrainischen Kernkraftwerken langfristig gelagert.
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte mit, ein Team werde die Anlage in Kürze besuchen, um die Auswirkungen zu begutachten. Der Generaldirektor der Behörde Rafael Grossi nannte den Vorfall äußerst besorgniserregend. Auf dem Gelände würden große Mengen nuklearen Materials gelagert.
Stromleitung an AKW Saporischschja wiederhergestellt
Am Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine funktioniert unterdessen eine wichtige Stromleitung wieder. Das teilte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) auf der Plattform X mit.
Nach 15 Stunden Stromausfall konnte die externe Versorgung von Europas größtem Kernkraftwerk wiederhergestellt worden. Zuvor musste die Anlage zur Kühlung ihrer sechs abgeschalteten Reaktoren auf Notstromdieselgeneratoren zurückgreifen.
Laut IAEA war es bereits der 18. Ausfall der externen Stromversorgung während des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.
Ukraine greift Treibstofflager auf der Krim an
Ukrainische Drohnen haben unterdessen auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim Treibstofflager angegriffen. Unter anderem sei ein Öllager getroffen worden, das von den russischen Streitkräften als Umschlagplatz für die Versorgung der Truppen mit Treibstoff genutzt werde.
Ein weiterer Angriff ukrainischer Drohnen habe ein Ölterminal getroffen, das zur Versorgung der Krim im Notfall diene. Zum Ausmaß der Schäden machten die ukrainische Armee keine Angaben.
Auf der Krim war bereits vor kurzem wegen der wiederholten ukrainischen Angriffe gegen die Nachschublinien der russischen Armee eine Rationierung von Treibstoff verfügt worden.
dpa/belga/sh/mh