Die Ukraine und Russland haben sich erneut auf eine begrenzte Waffenruhe geeinigt, um wichtige Reparaturen für das Atomkraftwerk Saporischschja zu ermöglichen. Das gab die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien bekannt, die zwischen den Kriegsparteien vermittelt hatte.
Während der Waffenruhe soll nach Angaben der IAEA eine Stromleitung wiederhergestellt werden, um das Risiko eines Atomunfalls zu verringern.
Das ukrainische AKW, das von Russland besetzt ist, benötigt Elektrizität zur Kühlung von radioaktivem Material. Derzeit ist die Anlage nur mehr an eine einzige Leitung angeschlossen. Durch die Reparatur soll eine Zweite dazukommen. Vor Beginn des russischen Angriffskriegs gab es zehn Leitungen.
Russland und die Ukraine haben unterdessen erneut Kriegsgefangene ausgetauscht. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums kehrten 185 russische Soldaten aus ukrainischer Gefangenschaft zurück. Im Gegenzug wurden ebenso viele ukrainische Soldaten übergeben. Die Übergabe erfolgte demnach an der Grenze zu Belarus.
Der ukrainische Präsident Selenskyj bestätigte den Austausch. Er sprach von 185 heimgekehrten Soldaten und einem freigelassenen Zivilisten. Einige der Rückkehrer seien seit 2022 in Gefangenschaft gewesen.
Solche Austausche finden immer wieder statt und bleiben eine der wenigen Fälle direkter Kooperation im Krieg. Erst im Mai hatten beide Seiten jeweils mehr als 200 Gefangene übergeben. Kiews Forderungen nach einem umfassenderen Austausch blieben bisher ohne Reaktion aus Moskau.
dpa/sh/vk