Der ukrainische Präsident Selenskyj hat die Drohnenangriffe auf St. Petersburg verteidigt. Er sprach von einer gerechtfertigten Reaktion auf russische Angriffe. Russland greife weiterhin ukrainische Städte mit Drohnen und Raketen an. Darauf habe die Ukraine entsprechend reagiert, sagte Selenskyj bei einer Pressekonferenz in Kiew. Er trat dort gemeinsam mit Nato-Generalsekretär Rutte auf. Selenskyj betonte, Russland müsse mit Gegenschlägen rechnen, wenn es weiter angreife.
Rutte äußerte sich positiv über die Ukraine. Russland werde im Krieg zunehmend unter Druck gesetzt, sagte er. Die Ukraine halte stand und erreiche Erfolge auf dem Schlachtfeld.
Getroffen worden sei neben dem Ölterminal auch ein rein militärisches Ziel im Stadtbezirk Kronstadt, wo die russische Kriegsflotte ihren Stützpunkt in der Ostsee hat, sagte Selenskyj. Die Ziele lägen fast 1.100 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, betonte er.
In St. Petersburg startet am Mittwoch das Internationale Wirtschaftsforum (SPIEF). Kremlchef Putin ist Gastgeber bei dem glanzvoll für Gäste aus aller Welt inszenierten Forum. Erwartet werden auch Unternehmer und Wirtschaftsvertreter aus westlichen Staaten.
Vor Beginn des Wirtschaftsforums hatten die Behörden in der Millionenmetropole Einwohner und Gäste vor Drohnenangriffen gewarnt. Auch vor Störungen des mobilen Internets warnten die Behörden per SMS.
Kreml sieht Kriegskurs bestätigt
Nach dem Drohnenangriff auf St. Petersburg hat der Kreml seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine erneut verteidigt. Kreml-Sprecher Peskow sagte, die sogenannte militärische Spezialoperation solle solche Angriffe verhindern. Über mögliche Vergeltungsschläge äußerte er sich nicht konkret. Zuständig sei das Verteidigungsministerium.
Russland führt seit mehr als vier Jahren einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Seitdem greift das russische Militär regelmäßig ukrainische Städte an. Dabei sterben auch Zivilisten. Die Ukraine wiederum hat ihre Angriffe auf russisches Gebiet ausgeweitet. Ziel sind nach eigenen Angaben vor allem militärische Anlagen und Energieinfrastruktur.
dpa/sh/vk