Eine russische Drohne hat in der rumänischen Stadt Galati nahe der Grenze zur Ukraine ein Hochhaus getroffen. Der Einschlag löste einen Brand im zehnten Stock des Wohnblocks aus, zwei Leichtverletzte wurden vor Ort versorgt.
Das Verteidigungsministerium in Bukarest erklärte, Russland habe in der Nacht zu Freitag in der Ukraine in Grenznähe erneut zivile Ziele und Infrastruktur mit Drohnen angegriffen. Eine davon sei in den rumänischen Luftraum eingedrungen und über dem Hochhaus in Galati abgestürzt. Zwei F-16-Kampfjets der rumänischen Luftwaffe stiegen auf. Die Lage sei dynamisch, hieß es weiter.
Viel Kritik
Die Nato hat die Verantwortungslosigkeit Russlands scharf verurteilt und Rumänien einen Ausbau der Abwehrfähigkeiten in Aussicht gestellt. Generalsekretär Mark Rutte steht nach dem Einschlag der Drohne in Kontakt mit den rumänischen Behörden. Das Außenministerium in Bukarest bat vor allem um einen schnelleren Transfer von Drohnenabwehrtechnik.
Rutte sprach Rumänien die uneingeschränkte Solidarität des Bündnisses aus. Die Nato sei bereit, "jeden Quadratzentimeter ihres Territoriums zu verteidigen", erklärte er.
Auch EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen reagierte und warf Russland vor, in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine eine neue Grenze überschritten zu haben. Die Europäische Union werde den Druck auf Moskau mit einem weiteren Sanktionspaket erhöhen, kündigte sie an.
Der ukrainische Außenminister Sybiha erklärte, das Eindringen einer russischen Drohne in den rumänischen Luftraum zeige erneut, dass die russische Aggression eine reale Bedrohung für die Schwarzmeerregion und ganz Europa darstelle.
Der Oberbefehlshaber der Nato-Streitkräfte in Europa, US-General Grynkewich, sprach unterdessen mit dem rumänischen Generalstabschef Vlad. Beide Seiten vereinbarten, während der laufenden Ermittlungen und möglicher zusätzlicher Verteidigungsmaßnahmen in engem Kontakt zu bleiben.
Rumänien schließt russisches Konsulat
Rumänien hat das russische Generalkonsulat in der Stadt Constanta am Schwarzen Meer geschlossen und den Generalkonsul zur unerwünschten Person erklärt. Das teilte Präsident Dan in einer Online-Ansprache mit. Außerdem wurde der russische Botschafter in Bukarest einbestellt. Der Nationale Verteidigungsrat wurde einberufen, um über die Sicherheitslage zu beraten.
Auch Frankreich bestellte den russischen Botschafter ein.
dpa/vrt/belga/dlf/sh/vk