Eine russische Drohne hat in der rumänischen Stadt Galati nahe der Grenze zur Ukraine ein Hochhaus getroffen. Der Einschlag löste einen Brand im zehnten Stock des Wohnblocks aus, zwei Leichtverletzte wurden vor Ort versorgt.
Das Verteidigungsministerium in Bukarest erklärte, Russland habe in der Nacht zu Freitag in der Ukraine in Grenznähe erneut zivile Ziele und Infrastruktur mit Drohnen angegriffen. Eine davon sei in den rumänischen Luftraum eingedrungen und über dem Hochhaus in Galati abgestürzt. Zwei F-16-Kampfjets der rumänischen Luftwaffe stiegen auf. Die Lage sei dynamisch, hieß es weiter.
Die Nato hat Rumänien nach dem Vorfall einen Ausbau der Abwehrfähigkeiten in Aussicht gestellt. Generalsekretär Mark Rutte steht nach dem Einschlag der Drohne in Kontakt mit den rumänischen Behörden. Das Außenministerium in Bukarest bat vor allem um einen schnelleren Transfer von Drohnenabwehrtechnik.
EU und Nato verurteilten den Vorfall als eine rücksichtslose und gefährliche Bedrohung. Frankreich bestellte den russischen Botschafter ein.
Unterdessen haben mehrere Regionen in Russland nach Drohnenangriffen der Ukraine Brände und Schäden gemeldet. In Wolgograd starb ein 60 Jahre alter Mann. Eine 55 Jahre alte Frau wurde verletzt.
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sind in der Nacht zu Freitag mehr als 200 Drohnen abgeschossen worden. Ukrainische Angriffe habe es in 13 Regionen gegeben, hieß es.
Dagegen meldeten die ukrainischen Luftstreitkräfte, dass Russland die Ukraine mit einer ballistischen Rakete vom Typ Iskander und 232 Drohnen angegriffen habe. 217 Drohnen seien unschädlich gemacht worden, es habe aber auch Einschläge gegeben.
dpa/vrt/sh