Wegen des Ebola-Ausbruchs in Zentralafrika ist die Weltgesundheitsorganisation (WHO) immer mehr in Sorge. Inzwischen hat sie das Risiko innerhalb der Demokratischen Republik Kongo von "hoch" auf "sehr hoch" angehoben und für die Region auf "hoch". Hintergrund sind stark steigende Verdachtsfälle, Hinweise auf unerkannte Infektionsketten und die Ausbreitung in konfliktreiche Grenzregionen.
Zuletzt wurden fast 750 Verdachtsfälle und 177 mutmaßliche Todesfälle gezählt. Die tatsächlichen Zahlen dürften deutlich höher sein, da nicht alle Fälle gemeldet werden. Außerdem gibt es einen Rückstau bei den Untersuchungen der Proben.
Trotz der verschärften Bewertung hält die WHO das weltweite Risiko derzeit weiterhin für niedrig, da Ebola nur durch engen Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen wird und die bisherigen Fälle überwiegend regional begrenzt sind.
Nach dem schweren Ebola-Ausbruch im Ostkongo meldet das Nachbarland Uganda drei neue bestätigte Infektionen mit dem lebensbedrohlichen Virus. Alle Kontaktpersonen seien inzwischen identifiziert und würden überwacht und mit Blick auf ihre Kontakte nachverfolgt. Damit zählt Uganda nun fünf bestätigte Fälle. Zahlen zu Verdachtsfällen veröffentlicht das Land nicht.
EU stellt Kongo und Uganda 15 Millionen Euro für Kampf gegen Ebola zur Verfügung
Die EU-Kommission stellt dem Kongo und Uganda 15 Millionen Euro zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie zur Verfügung. Das hat die zuständige EU-Kommissarin Hadja Lahbib angekündigt. Mit dem Geld sollen die Nothilfemaßnahmen in den betroffenen Regionen sowie die Bemühungen im Bereich der Vorsorge und Prävention unterstützt werden.
Die Europäische Union und Unicef richten gemeinsam eine humanitäre Luftbrücke ein. Ein erster Flug ist für kommenden Montag ab Lüttich geplant. Er bringt fast 100 Tonnen Hilfsgüter in den Ostkongo, darunter Medikamente, Schutzmaterial und Ausrüstung für medizinische Teams.
dpa/rtbf/vrt/belga/sh/RoP