Seit Freitag gilt die von Russland ausgerufene Waffenruhe im Ukraine-Krieg. Unklar ist, ob die Kampfhandlungen tatsächlich eingestellt werden. Russland und die Ukraine drohen sich gegenseitig mit Angriffen rund um die für Samstag angesetzte Militärparade in Moskau.
Der ukrainische Präsident Selenskyj wirft Russland vor, sich nicht an die selbst ausgerufene Waffenruhe zu halten. Das Militär habe nicht einmal einen symbolischen Versuch unternommen, das Feuer an den Fronten einzustellen, schrieb Selenskyj in sozialen Medien. Noch in der Nacht sei die Ukraine mit 56 Drohnen angegriffen worde.
Die Ukraine gab ihre einseitige Waffenruhe nach einem Tag wieder auf und reagierte auf fortdauernde russische Attacken mit einem ihrer bisher größten Drohnenangriffe. Russland meldete, nach eigenen Angaben mehr als 260 ukrainische Drohnen unschädlich gemacht zu haben. Sie seien unter anderem im Anflug auf die Hauptstadt Moskau gewesen, teilte das Verteidigungsministerium mit.
Am 9. Mai finden in ganz Russland Gedenkveranstaltungen zum Ende des Zweiten Weltkrieges statt. In Moskau wird die traditionelle Parade zum Sieg über Nazi-Deutschland abgehalten. Aus Angst vor ukrainischen Angriffen findet sie anders als in den vergangenen Jahren ohne Panzer und Raketen statt.
dpa/dla/jp