Die Welt ist nach Einschätzung des Energiekommissars der Europäischen Union, Dan Jørgensen, mit der "wohl schwersten Energiekrise aller Zeiten" konfrontiert. Seit Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten hätten die EU-Mitgliedstaaten bereits über 30 Milliarden Euro mehr für Importe fossiler Brennstoffe ausgegeben. "Und das ohne dafür zusätzliche Lieferungen zu erhalten", so der EU-Kommissar. Diese Summe ergebe sich durch teurere Ware, die die EU habe beziehen müssen.
Etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und Flüssiggases wird normalerweise durch die Straße von Hormus transportiert. Seit Beginn des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran hat Teheran den Schiffsverkehr durch diese Engstelle praktisch zum Erliegen gebracht. Mehr als 1.550 Schiffe sitzen im Persischen Golf fest.
Washington hat zudem eine Seeblockade gegen Schiffe verhängt, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Außerdem wurden in den vergangenen Monaten Energieproduktionsanlagen in mehreren Golfstaaten durch iranische Angriffe beschädigt. Nach einem Kriegsende werde es voraussichtlich Jahre dauern, bis die Produktion in der Region wieder normal laufe, sagte Jørgensen. Die EU bereite sich auch auf mögliche Versorgungsengpässe vor, insbesondere bei Flugkraftstoff.
dpa/dop