Nach der Begnadigung einer einstigen Vertrauten von Silvio Berlusconi hat sich Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hinter ihren Justizminister gestellt. Minister Carlo Nordio steht nach einer verlorenen Volksabstimmung über eine Justizreform ohnehin unter Druck. Aus der Opposition gibt es Forderungen nach seinem Rücktritt.
Jetzt geht es um die Begnadigung der Regionalpolitikerin Nicole Minetti aus der Lombardei. Sie war in Zusammenhang mit Partys des inzwischen verstorbenen Ministerpräsidenten Berlusconi wegen Begünstigung der Prostitution und Spesenbetrugs zu annähernd vier Jahren Haft verurteilt worden. Sie war eine Schlüsselfigur in der damaligen "Bunga bunga"-Affäre. Ins Gefängnis musste sie jedoch nicht: Minetti kam mit Sozialarbeit davon.
Im Februar wurde die heute 41-Jährige von Italiens Präsident Sergio Mattarella begnadigt, was erst im Nachhinein bekannt wurde. Grundlage war eine Empfehlung des Justizministeriums, Minetti die Strafe aus humanitären Gründen zu erlassen.
dpa/sh