Im Fall einer jungen Studentin, die vor sechs Jahren in der Osttürkei verschwand, gerät ein ehemaliger Gouverneur in den Fokus. Es bestehe der Verdacht, dass der damalige Gouverneur der Provinz Tunceli, Tuncay Sonel, Beweismittel vernichtet, verheimlicht oder verändert habe, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.
Die Agentur beruft sich auf neue Ermittlungsergebnisse durch die zuständige Staatsanwaltschaft. Gegen Sonel sei Haftbefehl erlassen worden.
Die 21-jährige Studentin war im Januar 2020 verschwunden. Die Behörden gehen davon aus, dass sie getötet wurde. Die Ermittlungen sollten schon zu den Akten gelegt werden, doch neue Erkenntnisse führten zu mehreren Verhaftungen.
Justizminister Gürlek erklärte, eine Sondereinheit sei geschaffen worden, um die Leiche der Studentin zu finden. Jahrelang hatten Frauenorganisationen und die Angehörigen der verschwundenen Studentin die Aufklärung des Falls gefordert.
dpa/sh