Israel gedenkt am Dienstag der sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust. Für zwei Minuten kam am Vormittag das öffentliche Leben zum Erliegen, als landesweit die Sirenen heulten. Autos hielten an, Fußgänger verharrten in stillem Gedenken.
Überschattet wird der Gedenktag auch in diesem Jahr durch die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Region. Zum Auftakt der Gedenkzeremonien in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem sagte Staatspräsident Izchak Herzog bereits am Montagabend, Israel befinde sich seit dem Hamas-Massaker im israelischen Grenzgebiet vor zweieinhalb Jahren im Krieg. Herzog warnte auch vor einer weltweiten Welle des Antisemitismus. Er rief Staats- und Regierungschefs der Welt zu mutigem Handeln dagegen auf.
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu warf dem Iran bei der Gedenkzeremonie erneut vor, die Vernichtung Israels anzustreben. Er bekräftigte, es werde keinen zweiten Holocaust geben und man werde es dem Iran nicht erlauben, Atomwaffen zu bekommen.
dpa/sh