Der französische Zementhersteller Lafarge ist wegen seiner Syrien-Geschäfte der Terrorfinanzierung schuldig gesprochen worden. Der Konzern müsse eine Geldstrafe in Höhe von gut einer Million Euro zahlen, urteilte ein Pariser Gericht. Weil die Firma internationale Sanktionen nicht geachtet haben soll, werde eine weitere Strafzahlung fällig. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig.
Trotz des Bürgerkriegs hatte der Zementhersteller im Norden Syriens bis 2014 ein Werk betrieben. Um das Geschäft aufrechtzuerhalten, zahlte das Unternehmen Gelder in Millionenhöhe an bewaffnete Gruppen. Laut Gericht waren es knapp 5,6 Millionen Euro. Zu dieser Zeit war in Nordsyrien unter anderem die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aktiv. Das Gericht befand, dass das Geld es auch ermöglicht habe, Terroranschläge in Europa vorzubereiten.
Gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Bruno Lafont verhängte das Gericht eine sechsjährige Haftstrafe sowie Strafzahlungen. Lafont bestreitet, von den illegalen Zahlungen gewusst zu haben.
dpa/vk