Der ukrainische Präsident Selenskyj hat in seiner Osterbotschaft den Mut und die Standhaftigkeit seiner Landsleute im inzwischen fünften Jahr des russischen Angriffskrieges gewürdigt. Das Land habe gerade den schwersten Winter seiner Geschichte überstanden, sagte Selenskyj mit Blick auf die russischen Angriffe auf ukrainische Energieanlagen.
Selenskyj trat mit seiner Frau Olena in der Sophienkathedrale in Kiew auf. Der Präsident appellierte auch an den Zusammenhalt der Ukrainer.
Dagegen ging Kremlchef Putin in seinen Glückwünschen zum Osterfest kaum auf den Krieg ein. Er würdigte aber die Rolle der russisch-orthodoxen Kirche bei der Unterstützung der "militärischen Spezialoperation" in der Ukraine, wie er seine Invasion offiziell nennt.
Putin feierte in der Erlöser-Kathedrale in Moskau bei einem nächtlichen Gottesdienst Ostern. Er hatte eine Waffenruhe über Ostern angeordnet.
Die Kriegsparteien werfen sich massenhafte Verstöße dagegen vor. So sprach der ukrainische Generalstab in Kiew von knapp 500 Verletzungen der Waffenruhe. Es habe nicht nur Hunderte Angriffe mit Drohnen gegeben, sondern auch 153 Fälle von Beschuss und 22 Erstürmungen.
Eine offizielle Aufkündigung der Waffenruhe, die bis Sonntagabend gelten soll, gibt es aber demnach nicht.
dpa/sh