Die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Menschenrechtsorganisation Memorial ist in Russland verboten worden. Das Oberste Gericht des Landes stufte die Organisation als extremistisch ein. Der Prozess gegen Memorial hatte hinter verschlossenen Türen stattgefunden. Der Beschluss des Verbots sei sofort umzusetzen, hieß es.
Die Exil-Organisation "Zukunft Memorial" in Berlin erklärte: "Mit diesem beispiellosen Schritt sollen das gesamt Memorial-Netzwerk und alle, die es unterstützen, delegitimiert und kriminalisiert werden."
Der Friedensnobelpreis 2022, geteilt mit Preisträgern aus der Ukraine und Belarus, bedeutete für Memorial Anerkennung für fast vier Jahrzehnte Geschichts- und Menschenrechtsarbeit. Die Organisation wurde 1989 in der Spätzeit der Sowjetunion gegründet, der Atomphysiker und Dissident Sacharow war einer ihrer Gründerväter.
dpa/mh