Die Rede von US-Präsident Trump zum Iran-Krieg hat den Gaspreis in Europa weiter in die Höhe getrieben. Der Preis stieg um gut sieben Prozent auf über 50 Euro pro Megawattstunde.
Zwar hatte Trump Donnerstagabend ein baldiges Ende des seit fünf Wochen dauernden Kriegs angekündigt. Gleichzeitig versicherte er, dass der Iran in den kommenden zwei bis drei Wochen von "extrem harten" Angriffen getroffen werde.
Auch die Ölpreise kletterten nach der Rede des Präsidenten. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zog im frühen Handel um mehr als sechs Prozent an.
Die europäischen Börsen haben zu Handelsbeginn mit Verlusten eröffnet. Paris öffnete 1,3 Prozent im Minus, Frankfurt 1,5 Prozent und London 0,68 Prozent. In Brüssel verlor der Bel20 0,84 Prozent.
China und Iran reagieren auf Trump-Rede
China hat nach der Rede von US-Präsident Trump zum Iran-Krieg die Schuld für die Blockade der Straße von Hormus deutlich den Vereinigten Staaten zugewiesen. "Ursache" für die Sperre seien die "illegalen militärischen Aktivitäten der USA und Israels gegen den Iran", sagte Außenamtssprecherin Mao in Peking. Die Sicherheit für die internationalen Seewege könne nur mit einem Waffenstillstand und der Herstellung von Frieden und Stabilität in der Golfregion gewährleistet werden, erklärte Mao.
Inzwischen hat auch das iranische Militär auf Trumps Rede reagiert. Es drohte mit weiterer Zerstörung und Vernichtung. Dieser Krieg werde so lange andauern, bis die USA und Israel gedemütigt seien und sich ergeben würden, hieß es aus dem Iran.
Nato-Chef reist zu Gesprächen mit Trump nach Washington
Nato-Generalsekretär Mark Rutte wird voraussichtlich nächste Woche zu US-Präsident Trump nach Washington reisen. Das bestätigte ein Vertreter des Weißen Hauses.
Trump zeigte sich zuletzt zunehmend verärgert über die Nato-Bündnispartner, weil diese sich weder am US-Militäreinsatz gegen den Iran noch an der Absicherung von Öltransporten durch die Straße von Hormus beteiligen wollen.
In seiner Fernsehansprache zum Iran-Krieg am Mittwochabend sprach Trump seine Unzufriedenheit mit den Nato-Ländern jedoch nicht an. Vor der Rede hatte er erneut damit gedroht, dass die USA aus der Nato austreten könnten.
dpa/jp