US-Präsident Trump zieht einen Austritt der USA aus der Nato nach eigenen Worten ernsthaft in Erwägung, nachdem die Verbündeten es versäumt hätten, die USA im Krieg gegen den Iran zu unterstützen. Das Bündnis sei ein "Papiertiger", das habe er schon immer gewusst, sagt Trump der britischen Zeitung "Daily Telegraph". Außenminister Rubio hatte sich zuvor in einem Interview des Senders Fox News ähnlich geäußert.
Die US-Regierung kritisiert seit Wochen die aus ihrer Sicht mangelnde Unterstützung der Nato-Partner im Iran-Krieg. Es geht unter anderem um die Nutzung von Stützpunkten und die Hilfe in der Krise um die für die Weltwirtschaft bedeutende Straße von Hormus.
Trump hatte sich insbesondere Spanien und Großbritannien vorgenommen, auch Deutschland hatte der US-Präsident für die Zurückhaltung kritisiert. Die spanische Regierung hatte jüngst ihren Luftraum für alle Flugzeuge gesperrt, die mit dem Krieg gegen den Iran in Verbindung stehen. Die Briten hatten den US-Streitkräften erst mit Verzögerung die Nutzung ihrer Stützpunkte genehmigt - und auch nur für Verteidigungszwecke.
Der britische Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Nato angesprochen auf Trumps Äußerungen als "effektivstes Militärbündnis", das die Welt je gesehen habe. Starmer betonte, dass er bei seinen Entscheidungen stets im Interesse des Vereinigten Königreichs handele.
Ein wichtiger Grundpfeiler der Nato ist die gegenseitige Beistandspflicht der Verbündeten im Angriffsfall nach Artikel 5. Der von den USA und Israel begonnene Iran-Krieg ist davon nicht abgedeckt.
dpa/jp/km