Die mutmaßliche Weitergabe von EU-internen Informationen durch Ungarn an Russland sorgt in Brüssel für Empörung.
Eine Sprecherin der EU-Kommission bezeichnete es als "äußerst besorgniserregend", dass der ungarische Außenminister seinem russischen Amtskollegen vertrauliche Beratungen auf Ministerebene offengelegt haben könnte. Man erwarte daher von der ungarischen Regierung eine Klarstellung.
Zuvor hatte die US-Zeitung "Washington Post" unter Berufung auf einen früheren ungarischen Geheimdienstmitarbeiter und Sicherheitsbeamte aus anderen europäischen Ländern berichtet, dass die Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban seit Jahren Moskau Informationen zu sensiblen Diskussionen in der EU übermittle.
Der ungarische Außenminister soll demnach sogar während der Pausen bei den EU-Treffen regelmäßig mit seinem russischen Amtskollegen Lawrow telefoniert haben, um ihn über die Inhalte dieser Gespräche zu informieren.
dpa/rop