Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Entscheidung der USA zur befristeten Lockerung der Sanktionen gegen russisches Öl als kontraproduktiv kritisiert. Allein dieser Schritt bringe der russischen Kriegskasse rund zehn Milliarden Dollar ein. Das helfe auf keinem Fall dem Frieden, so Selenskyj.
Zuvor hatte US-Finanzminister Scott Bessent mitgeteilt, dass Länder zeitweise russisches Öl kaufen dürften, das sich bereits auf Schiffen befinde. Ziel sei, das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten.
Er könne die Logik hinter dieser Maßnahme verstehen, sagte Selenskyj. Aber da die Lockerung nur dazu führe, dass Russland noch mehr Drohnen produzieren könne, sei sie seiner Meinung nach kontraproduktiv. Diese Drohnen würden nicht nur in der Ukraine eingesetzt, sondern auch im Nahen Osten - und damit im Endeffekt gegen US-Soldaten, gab der ukrainische Präsident zu bedenken.
EU-Ratspräsident António Costa nannte die befristete Aufhebung der US-Sanktionen "sehr besorgniserregend". Die einseitige Entscheidung der Vereinigten Staaten habe Auswirkungen auf die europäische Sicherheit. Zunehmender wirtschaftlicher Druck auf Russland sei entscheidend dafür, dass das Land ernsthafte Verhandlungen über einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine akzeptiere.
Eine EU-Kommissionssprecherin sagte, Russland sollte auf keinen Fall vom Krieg im Iran profitieren.
dpa/fk