Fast ein Jahr nach seiner Verhaftung hat der Hauptprozess gegen den ehemaligen Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu begonnen. Dieser versuchte mehrfach am Rednerpult das Wort zu ergreifen, was jedoch vom Richter untersagt wurde.
Dem Oppositionspolitiker und Gegner des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan drohen der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge mehr als 2.000 Jahre Haft. Ihm werden unter anderem die Gründung und Leitung einer kriminellen Vereinigung sowie Bestechung und Geldwäsche vorgeworfen. Unter den Beschuldigten sind auch Imamoglus Anwalt, sein Sprecher sowie Journalisten.
Menschenrechtsorganisationen und Kritiker werten den Prozess als politisch motiviert. Die Verhaftung und Absetzung Imamoglus hatte eine landesweite Protestwelle ausgelöst. Imamoglu gilt als aussichtsreicher Gegner des türkischen Präsidenten bei zukünftigen Wahlen. Er war im März vergangenen Jahres wegen Korruptionsvorwürfen verhaftet und als Bürgermeister abgesetzt worden.
belga/dpa/jp