Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban bekräftigt die Blockade wichtiger EU-Finanzhilfen für Kiew, solange sein Land kein russisches Öl über die durch die Ukraine führende Druschba-Pipeline bekommt. Das schrieb Orban in einem Brief an den EU-Ratspräsidenten António Costa, den er auch in den sozialen Medien veröffentlichte.
Orban bleibt darin bei seiner Meining, wonach es keine technischen Hindernisse für einen Neustart der Öl-Lieferungen an Ungarn über die Druschba-Pipeline gebe. Dazu sei nur eine politische Entscheidung der Ukraine notwendig. Seit Ende Januar fließt kein Erdöl mehr über die Pipeline aus Russland nach Ungarn. Nach ukrainischer Darstellung liegt dies daran, dass diese Leitung durch russische Angriffe beschädigt sei.
Der ukrainische Präsident Selenskyj hält trotz des Drucks der EU-Staaten Ungarn und Slowakei eine Reparatur der für russische Öllieferungen wichtigen Druschba-Leitung für unnötig. Entsprechend äußerte er sich auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit EU-Kommissionschefin von der Leyen und Ratspräsident Costa in Kiew.
Ihm zufolge greift das russische Militär gezielt Reparaturtrupps an. Dem ungarischen Ministerpräsidenten Orban, der wegen der ausbleibenden Lieferungen Ukraine-Hilfen blockiert, empfahl er, sich an Moskau zu wenden. Orban solle beim Kreml um eine Energiewaffenruhe ersuchen.
dpa/rop