An den europäischen Außengrenzen sind im vergangenen Jahr täglich durchschnittlich 221 Migranten zurückgedrängt worden, noch bevor sie überhaupt Asyl beantragen konnten. Das steht in einem Bericht europäischer Menschenrechtsorganisationen, darunter 11.11.11.
Diese sogenannten "Pushbacks" seien laut Bericht nicht nur illegal, sondern gingen häufig mit Gewalt einher. Die Organisationen sprechen von der "Spitze des Eisbergs" - viele Fälle blieben unbemerkt.
Gleichzeitig kritisieren die Organisationen, dass Europa seine Migrationskontrolle zunehmend an Drittländer wie Libyen auslagert.
Flor Didden von der Organisation 11.11.11 sieht darin eine Doppelmoral: Europäische Politiker empörten sich zwar über Missstände bei der US-Behörde ICE, schauten aber weg, wenn an den eigenen Grenzen Gewalt angewendet werde. Dabei sei dies sehr ähnlich zu dem, was in den USA passiere, so Didden.
jp