Die EU und Indien haben die Verhandlungen über den Aufbau einer riesigen neuen Freihandelszone abgeschlossen.
Durch den Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen soll der Austausch von Waren und Dienstleistungen zwischen der EU und Indien angekurbelt werden. Europa kann so beispielsweise Autos und Wein preisgünstiger nach Indien exportieren und im Gegenzug Elektronik, Edelsteine, Textilien und chemische Produkte aus Indien einführen. Das Abkommen vereinfacht zudem den Austausch von Arbeitnehmern und Studenten.
Belgiens Unternehmer zufrieden
Der belgische Unternehmerverband FEB reagiert zufrieden auf die politische Einigung zwischen der Europäischen Kommission und Indien über ein neues Freihandelsabkommen. Dieses Abkommen biete die notwendigen Möglichkeiten zur Diversifizierung, insbesondere im aktuellen geopolitischen und handelspolitischen Umfeld, das von zahlreichen Spannungen geprägt sei, sagte Geschäftsführer Pieter Timmermans. Für eine offene Wirtschaft sei die Diversifizierung der Handelspolitik von entscheidender Bedeutung.
Der Arbeitgeberverband weist zudem darauf hin, dass Indien einer der am schnellsten wachsenden großen Wirtschaftsakteure ist. Die EU ist einer der größten Handelspartner Indiens. Belgien exportierte laut FEB Waren im Wert von 4,2 Milliarden Euro nach Indien, während sich die Importe auf sechs Milliarden Euro beliefen.
Vereinbarung über Sicherheit und Verteidigung
Angesichts der größeren geopolitischen Spannungen wollen die EU und Indien auch im Sicherheitsbereich näher zusammenrücken. Beide Seiten einigten sich in Neu-Delhi bei ihrem 16. Gipfeltreffen auf eine Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft. Das entsprechende Dokument wurde parallel zur Erklärung über den Abschluss der Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen unterzeichnet.
Die Sicherheitspartnerschaft erlaube es, enger zusammenzuarbeiten und neue Initiativen auf den Weg zu bringen, teilte die EU-Kommission mit. Dazu gehörten Projekte im Bereich maritime Sicherheit, Terrorbekämpfung und Cyberabwehr.
dpa/vrt/sh