Russland und die Ukraine haben die erste Runde ihrer direkten Friedensgespräche seit Langem in Abu Dhabi beendet. Details wurden nicht bekannt. Am Samstag werden ranghohe Militärvertreter beider Seiten unter US-amerikanischer Vermittlung aufeinandertreffen.
Der ukrainische Präsident Selenskyj sagte in einer Videobotschaft, es sei noch zu früh, Schlussfolgerungen aus den Verhandlungen in Abu Dhabi zu ziehen.
Bei den Gesprächen geht es im Kern darum, ob die Ukraine sich auf die russische Bedingung für einen Waffenstillstand einlässt und sich aus dem noch von Kiew kontrollierten Teil in der ostukrainischen Industrieregion Donbass zurückzieht. Kiew lehnt das bisher stets ab.
Russland hatte das aber vor Beginn der Gespräche erneut als Grundvoraussetzung für einen Waffenstillstand genannt. Zudem droht Russland mit einer Fortsetzung des seit fast vier Jahren dauernden Krieges, sollte sich die Ukraine nicht zurückziehen.
Russische Luftangriffe auf Kiew und Charkiw
Während der laufenden Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland ist die ukrainische Hauptstadt Kiew einmal mehr von einer Welle russischer Luftangriffe getroffen worden. Die ukrainische Luftwaffe sprach in der Nacht von schwerem Beschuss. Laut Behörden schlugen in mehreren Stadtteilen Drohnen und Raketen ein.
Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb später von mindestens einem Todesopfer und vier Verletzten. In einigen Stadtteilen gebe es zudem erneut Probleme mit der Wärme- und Wasserversorgung. Auch aus der ostukrainischen Großstadt Charkiw nahe der Grenze zu Russland wurden in der Nacht schwere Luftangriffe gemeldet.
Die Luftangriffe gehörten nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Selenskyj zu den schwersten seit Wochen. Als Reaktion bat er um schnelle westliche Hilfe bei der Stärkung der Flugabwehr.
dpa/sh/km